• Hier kommt nichts mehr: Ein erfrorener Trieb im Weingut Castellum in Eschen. Etwa 60 Prozent sehen so aus.

Frostschäden vermutlich grösser als 2016

Den letzten zwei Frostnächten sind voraussichtlich mehr als 30 Prozent der Ernte zum Opfer gefallen. Auch in der Herrschaft sieht es schlecht aus.
Eschen. 

«Es ist zum Heulen», sagte gestern Marco Frick, Präsident der Winzergenossenschaft Balzers-Mäls, als wir ihn bei der Besichtigung der Rebanlagen am Burghügel in Balzers telefonisch erreichen. Die kalte Nacht auf Donnerstag hat in Balzers bei der Sorte Blauburgunder etwa 30 Prozent und beim Gamaret etwa 50 Prozent der Ernte 2017 bereits vernichtet. Etwas besser sieht es bei den interspezifischen Traubensorten aus. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erfrieren schon ausgetretene Triebe an den Rebstöcken und sterben ab. Resultat: Es wachsen keine Trauben und damit drohen Ertragsausfälle. Die einzige Hoffnung ist, dass der Rebstock noch Nebentriebe produziert oder nur die Spitze erfroren ist. Doch Marco Frick macht sich wenig Hoffnung. «Es tut zwar weh, aber in Balzers sind wir alle Hobbywinzer. Für jene Winzer, die aber davon leben, ist es wirklich schlimm», so Frick. Und von dieser Seite tönt es nicht besser. So meldete gestern das Weingut Castellum in Eschen auf Facebook:  «Aktuell, 16 Uhr, ca. 60 Prozent Schaden.» Und auch von Uwe Hoop aus Eschen kam eine Hiobsbotschaft.

Neuanlagen praktisch komplett zerstört

Auch Hoop spricht von etwa 30 Prozent Schaden. Schlimm getroffen hat es die im letzten Jahr neu gesetzten Weinstöcke. «In allen drei Neuanlagen haben wir 80 Prozent Schaden», so Hoop. Andere Winzer in Liechtenstein sprechen bei Jungpflanzen sogar davon, dass alle ausgerissen werden müssen. Simon Klocker, Leiter Hofkellerei Vaduz, rechnet ebenfalls mit einem Schaden zwischen 20 und 30 Prozent im «Herawingert». «Etwa in zwei bis drei Wochen werden wir sehen, wie gross die Mengeneinbussen sind», so Klocker. Er hofft vor allem darauf, dass in den nächsten Wochen noch einige Triebe nachschiessen und damit der Schaden etwas eingegrenzt werden kann.

Rebstöcke treiben immer früher aus

Auch in der Bündner Herrschaft sieht die Lage düster aus. «Wir haben jetzt schon höhere Schäden als im vergangenen Jahr», erklärte Georg Fromm, Präsident des Branchenverbandes Graubünden Wein, gestern gegenüber der «Südostschweiz.» Bei der Sorte Chardonnay müssen einzelne Winzer mit Ernteausfällen von bis zu 100 Prozent rechnen. Das Bittere für die Winzer: Es ist das zweite Jahr in Folge mit Frostnächten, welche den Reben zusetzen. Ein Grund dafür ist, dass die Rebstöcke immer früher austreiben. (sap)

20. Apr 2017 / 21:22
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