• Sturmschaden im Wald
    Sturmschäden im Unterland  (Daniel Schwendener)

Räumungsarbeiten dauern bis Frühling

Das Sturmtief «Burglind» ist vergangene Woche mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde über Liechtenstein gefegt. Die Räumungsarbeiten sind anspruchsvoll und sturmgeschädigte Waldgebiete ein grosser Gefahrenherd für Förster und Spaziergänger.
Fotostrecke: Sturmschäden im Unterland
REISEN, OESTERREICH, WINTER, DORF, KIRCHE, SCHNEE, WINTERSPORTORT, SCHNEEGRENZE, SKIPISTE, SKIGEBIET, SKIRENNEN, KLIMA, KLIMAVERAENDERUNG , DORF,
Sturmschaden in Ruggell
Sturmschäden im Unterland
Sturmschaden in Ruggell
Sturmschaden in Ruggell
Sturmschaden in Ruggell
Sturmschaden in Ruggell
Sturmschaden in Ruggell
Sturmschaden in Ruggell
Sturmschaden in Ruggell

Umgekippte Lastwagen, abgedeckte Häuser, eingestürzte Gerüste, verschüttete Strassen und überschwemmte Keller: Der Sturm «Burglind» dürfte die Schweizer Versicherer gemäss neuen Schätzungen über 100 Millionen Franken kosten. Genaue Zahlen aus Liechtenstein sind bis jetzt noch nicht bekannt. «Bei der Landespolizei gingen während dem Sturm vergangene Woche knapp 30 Meldungen ein und acht Patrouillen waren im Einsatz», erklärt Mediensprecherin Tina Beck. Zur Schadenssumme kann die Landespolizei keine Auskunft geben. Eine Erhebung der Sturmschäden in den Liechtensteiner Wälder läuft derzeit. Auf Anfrage beim Amt für Umwelt sagt Patrick Insinna: «Die Waldschäden werden aktuell begutachtet und vom Forstdienst zusammengetragen.» Eine erste Einschätzung soll kommende Woche bekannt gegeben werden. 


Wälder sind Westwind nicht gewohnt   
Siegfried Kofler ist Revierförster der Gemeinden Gamprin, Schellenberg und Ruggell. Wenn er in seinem Büro den Computer aufstartet, ist die «Meteohomepage» seine Startseite. «Den Blick auf die Wetterkarte gehört ganz klar zu meinem Alltag dazu», erklärt der langjährige Förster. Das Sturmtief «Burglind» wurde von Meteorologen angekündigt. «Am Tag des Sturmes sass ich mit einem mulmigen Gefühl im Bauch im Büro. Am Morgen sah es ganz danach aus, als ob wir vom Sturm verschont bleiben könnten. Am Mittag wusste ich, dass dies eine Fehleinschätzung war», so Kofler. Er und sein Team erhielten diverse Anrufe der Landespolizei und rückten aus um die Situationen zu entschärfen. Vor allem Strassenabschnitte mussten von umgekippten Bäumen befreit werden. «Für unsere Bäume ist der Westwind äusserst gefährlich. Unsere Wälder sind sich den Südwind, also den Föhn, gewohnt und wenn der Westwind auftaucht knicken sie ein», sagt Kofler. Dieses Bild präsentiert sich in den Wäldern von Gamprin, Ruggell und Schellenberg. Alle zehn Meter liegen einzelne umgekippte Bäume und versperren Waldjoggern oder Spaziergängern den Weg und halten die Förster auf Trab. «Ich denke, wir werden noch bis Frühling mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein», meint der Revierförster. Diese Arbeiten sind eine Herausforderung und können teilweise auch lebensgefährlich sein. «Unsere Mitarbeiter müssen aufpassen, dass sie die Bäume korrekt zersetzen. Der grösste Feind ist derzeit der Föhn. Dieser könnte für unsere Arbeit äusserst gefährlich werden», erklärt Kofler. Bisher seien die Aufräumaktionen ohne Zwischenfälle verlaufen. Weiter gelte es, der massenhaften Ausbreitung von Borkenkäfern auf geschwächten und absterbenden Bäumen ab dem Frühjahr zuvorzukommen. Vor allem sollte das anfallende Holz auch aus Nachhaltigkeitsgründen sinnvoll genutzt werden.


Waldspaziergänge sind mit Vorsicht zu geniessen  
Der Verband der Schweizer Waldeigentümer hat seine Schätzungen über die Sturmschäden diese Woche nach oben korrigiert. Er rechnet mit einer Menge von rund einer Million Kubikmeter Fallholz in der ganzen Schweiz. Siegfried Kofler kann derzeit für sein Revier keine Zahl nennen. «Eine Schätzung ist derzeit schlicht unmöglich, da ich mir noch keinen genauen Überblick verschaffen konnte», erklärt er. Fakt ist, dass der Sturm«Lothar» von Ende 1999 eine grössere Verwüstung in den Liechtensteiner Wäldern hinterlassen hat. «Bei Lothar waren grossflächige Waldgebiete zerstört worden. Bis zu 10 000 Kubikmeter Holz lagen am Boden. Mit Burglind sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen», sagt Kofler. 
Man könnte meinen, dass ein Sturm auch seine positiven Seite hat. Schwächere Bäume werden automatisch aussortiert. Diese Aussage verneint der Revierförster. «Grundsätzlich ist es schon besser, wenn wir den Wald pflegen können wie wir möchten. Der Sturm ist in dieser Sache nicht sehr selektiv.» 
In den Waldgebieten Vorarlbergs sind nach ersten Schätzungen über 50 000 Festmeter Holz vom Sturmtief «Burglind» betroffen – vor allem in den Bezirken Bregenz und Feldkirch. In gewissen Waldstücken in der Schweiz dürfen sich zurzeit nur Forstarbeiter aufhalten. Für Spaziergänger und Jogger sei die Situation äusserst gefährlich. Von gefallenen Bäumen eingeklemmte Jungbäume stünden unter hoher Spannung und könnten sich bei einer Berührung lösen und einen Menschen schwer verletzen, warnen Experten. (nb) 

09. Jan 2018 / 18:09
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
19. Februar 2018 / 23:22
20. Februar 2018 / 06:41
19. Februar 2018 / 20:32
20. Februar 2018 / 05:30
Meistkommentiert
09. Februar 2018 / 07:00
05. Februar 2018 / 13:51
Aktuell
20. Februar 2018 / 12:06
20. Februar 2018 / 11:46
20. Februar 2018 / 11:30
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
tamina therme
Zu gewinnen entspannende Wellness-Stunden in der Tamina Therme in Bad Ragaz
13.02.2018
Facebook
Top