• Das Gericht muss nun klären, ob es sich um eine Scheinehe handelte und wer miteinander unter einer Decke steckt. 	Bild: iStock
    Das Gericht muss nun klären, ob es sich um eine Scheinehe handelte und wer miteinander unter einer Decke steckt. Bild: iStock  (Image Source)

Mit der Schwiegermutter unter einer Decke gesteckt?

Drei Zeuginnen beteuerten gestern vor dem Landgericht, dass es sich nicht um Heiratsschwindel, sondern um wahre Liebe handle. Die Verhandlung wurde erneut vertagt.

Scheinehe oder eine Geschichte, die das Leben schreibt? Diese Frage hatte der Richter zu klären. Drei Angeklagten wird vorgeworfen, die Behörden durch Heiratsschwindel getäuscht zu haben. Gemäss Anklageschrift soll eine junge Frau aus Liechtenstein nur deshalb eine Ehe mit einem in Ausland lebenden Mann eingegangen sein, damit er in Liechtenstein bleiben darf. Es steht der Vorwurf im Raum, dass sich das Ehepaar, das bereits ein Jahr später wieder geschieden war, in Tat und Wahrheit gar nicht liebte. Dennoch war irgendwie die Liebe mit im Spiel: Denn heute ist der Mann in einer Beziehung mit der Mutter seiner Ex-Frau. Schon während der Ehe pflegten die beiden guten «Kontakt», lebten unter einem Dach und unternahmen gemeinsam Reisen – ohne Tochter beziehungsweise Ehefrau. 
«Das Blatt hat sich nun eben gewendet», sagte eine Freundin der Mutter gestern vor Gericht. Es sei schon speziell, dass ihre Freundin jetzt mit dem Ex-Mann der Tochter zusammen ist. «Aber es ist auch schön, die beiden passen gut zusammen.» Wann sich dieses Blatt denn gewendet haben soll, wollte der Richter von der Zeugin wissen. Dies wusste die Freundin der Angeklagten allerdings nicht so genau. «Schon seit meiner Kindheit leide ich unter Erinnerungslücken und ganz schlimm ist es seit meinem Burn-Out geworden», erklärte sich die Zeugin. 

Nerviges Liebeskummer-Gejammer
Die Liebe des einstigen Ehepaares sei echt gewesen, beteuerte auch die zweite Zeugin, die mit der geschiedenen Frau befreundet ist. Als die Ehe in die Brüche ging, hätte ihre Freundin sie wegen Liebeskummer vollgejammert. «Das war voll nervig.» Aber sie habe sie durch diese Zeit begleitet. So intensiv, dass sich die beiden Frauen ineinander verliebten und Monate später das Aufgebot beim Standesamt bestellten. Mit einer eingetragenen Partnerschaft wollten sie eine Lebensgemeinschaft führen. Mittlerweile hat sich diese Beziehung allerdings wieder zerschlagen. Heute sind die beiden auch keine Frauen mehr – mit einer Hormontherapie haben beide eine Geschlechtsumwandlung zum Mann hinter sich. Das war angeblich auch der Grund, weshalb die Ehe der Angeklagten in die Brüche ging. «In der Rolle als Ehefrau habe ich nach und nach gemerkt, dass mit meiner Geschlechtsidentität etwas nicht stimmt», erzählte sie dem Richter bei der ersten Verhandlung im April. Sie entschloss sich zu einer Geschlechtsumwandlung. Mit dem Beginn der Hormontherapie habe sie ihrem damaligen Mann reinen Wein einschenken müssen. Damit habe sie ihn verletzt und schockiert. Trost fand der Mann bei seiner Schwiegermutter – und heutigen Freundin. 

Drei weitere Zeugen stehen noch aus
Auch die dritte Zeugin, wiederum eine Freundin der Mutter der Angeklagten, will von einer Scheinehe nichts gewusst haben. «Ich war ab und an zu Besuch bei den drei und es hat keinerlei Hinweise gegeben, dass die Ehe nur gespielt wäre», sagte sie dem Richter. Drei weitere Zeugen, die ebenfalls geladen waren, sind gestern nicht erschienen. Der Richter wie auch der Staatsanwalt haben allerdings daran festgehalten, diese Zeugen  auf alle Fälle noch anhören zu wollen. Bis dahin wird die Verhandlung erneut auf unbestimmte Zeit vertagt. (bfs)

08. Aug 2018 / 22:08
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