• Kathinka von Deichmann
    Die Liechtensteiner Tennisspielerin Kathinka von Deichmann schafft historisches und zieht als erste Liechtensteinerin in ein Grand-Slam-Hauptfeld ein.

Von Deichmann schreibt Sportgeschichte

Als erste Liechtensteinerin in der Geschichte schafft Kathinka von Deichmann den Sprung in ein Grand-Slam-Hauptfeld. In der Qualifikation zu den US Open in New York setzt sie sich in der dritten Qualifikationsrunde mit 6:4 und 6:3 gegen Martina Trevisan durch.
Historisch. 

8:32 Uhr (MESZ) war es, als Kathinka von Deichmann Liechtensteiner Sportgeschichte schrieb. Als erste Liechtensteiner Tennisspielerin steht sie im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. «Es ist unglaublich. Ich kann es noch gar nicht fassen», sagt eine etwas sprachlose von Deichmann nach ihrem historischen Triumph.

Ein Break entscheidet den ersten Satz

Doch alles der Reihe nach: In der dritten Qualifikationsrunde zu den US Open traf Kathinka von Deichmann (WTA 166) auf die Italienerin Martina Trevisan (WTA 177), welche in ihrer Zweitrunden-Partie die US-Amerikanerin Varvara Lepchenko (WTA 118) ausschaltete. Von Deichmann war also gewarnt und ging dementsprechend mit etwas Vorsicht ins Spiel. Und dies zahlte sich aus: Bereits im ersten Aufschlagspiel kam die Vaduzerin zu einer Breakchance. Doch Trevisan konnte den Kopf gerade noch aus der Schlinge ziehen und hielt das Game.
Diese eine Breakchance war der einzige Aufreger in der Startphase dieser Partie. Denn in der Folge schlugen sowohl von Deichmann als auch ihre Gegnerin stark auf und so kam es zu keinen weiteren Breakbällen. Erst beim Stand von 3:2 aus Sicht der Italienerin geriet von Deichmann zum ersten Mal etwas unter Druck. Doch die Vaduzerin blieb ruhig, wehrte die Breakchance ab und glich zum 3:3 aus. So blieb alles in der Reihe und das Spiel weiterhin offen. Entscheidendes passierte erst im neunten Aufschlagspiel dieser Partie. Trevisan konnte für einmal bei eigenem Aufschlag nicht entscheidend reüssieren und so erspielte sich von Deichmann zwei Breakbälle. Den ersten der beiden nutzte die 24-Jährige zur 5:4-Führung und hatte nun die Chance, den Satz bei eigenem Aufschlag nach Hause zu servieren. Und diese Chance packte von Deichmann beim Schopf. Dank vier guten Aufschlägen sicherte sie sich den ersten Durchgang nach 37 Minuten mit 6:4.

Break-Festival zum Schluss

Es fehlte als nur noch ein Satz bis zum grössten Erfolg ihrer Karriere. Und diese Tatsache schien von Deichmann zu beflügeln. Wie schon im ersten Satz kam sie auch jetzt im ersten Aufschlagspiel zu einer Breakchance. Doch anders als noch zu Beginn der Partie konnte sie diese nutzen und ging mit 1:0 in Führung. Das Monumentum war nun klar auf der Seite der Liechtensteinerin. Doch Trevisan gab sich kämpferisch, blieb an der Liechtensteinerin dran und kam zu ihren Möglichkeiten. 
Es war wohl der wichtigste Ballwechsel des ganzen Spiels: Beim Stand von 2:1 aus Sicht der Vaduzerin erspielte sich Trevisan eine Breakchance. Hätte sie gepunktet, dann wäre die Partie wieder ausgeglichen gewesen und das Monumentum wäre wahrscheinlich auf die Seite der Italienerin gekippt. Soweit kam es jedoch nicht: Von Deichmann gewann drei Punkte in Folge und so stand es 3:1 statt 2:2.
Damit schien auch die Gegenwehr der Italienerin gestoppt zu sein, denn von Deichmann holte sich kurz darauf gleich noch ein Break und führte mit 4:1. Der Sieg war der Vaduzerin so gut wie sicher. Doch bei von Deichmann sollte man diesen Satz lieber nicht zu früh in den Mund nehmen. Denn auch dieses Mal ging es nicht ohne nochmals zittern zu müssen. Plötzlich schlichen sich bei der 24-Jährigen Fehler ein und so konnte Trevisan auf 4:2 verkürzen. Gibt von Deichmann den sicher geglaubten Sieg tatsächlich noch aus der Hand? – Nein, denn dafür war ihre Gegnerin einfach zu unkonstant. In der Schlussphase liess allerdings auf beiden Seiten die Konzentration etwas nach und so gab es noch drei weitere Breaks. Am Ende spielte das jedoch keine Rolle, von Deichmann holte sich auch den zweiten Satz und gewann am Ende verdient mit 6:4 und 6:3.

Von Deichmann: «Ich will jetzt einfach nur geniessen»

«Das Spiel heute war ganz schwierig. Trevisan ist Linkshänderin und hat eine Spielweise, die mir gar nicht liegt», erklärt von Deichmann. Am Ende sei sie nochmals sehr nervös gewesen, doch sie habe diese brenzlige Situation gut gemeistert. «Als das Spiel dann zu Ende war, überkamen mich die Emotionen und ich war einfach wahnsinnig glücklich.»
Gegen wen von Deichmann am Montag in der ersten Runde spielen wird, ist noch nicht klar. «Egal gegen wen ich spielen werde, ich bin sicher nicht Favoritin. Ich will jetzt einfach nur geniessen und mal schauen, wohin mein Weg hier noch führt.» (rb)

25. Aug 2018 / 08:00
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