• Pferdesport
    Bei regionalen Springkonkurrenzen, wie sie der PSV Balzers veranstaltet, sind die Teilnehmer – im Gegensatz auf nationalen und internationalen Turnieren – hauptsächlich weiblich.  (Elma Korac)

Frauen dominieren den Pferdesport

In keiner anderen olympischen Disziplin als im Reitsport treten Frauen und Männer unabhängig von Geschlecht gegeneinander an. Dabei dominieren mit einer Ausnahme eindeutig die Frauen – egal ob vor oder hinter den Kulissen der Turnier- und Reiterlandschaft.
Vaduz. 

Der Reitsport zeichnet sich nicht nur durch die Eleganz und dem Geschick der Tiere sowie der Einheit von Reiter und Pferd aus, sondern auch als einzige olympische Sportart ohne Geschlechtertrennung, in der Männer und Frauen  gleichwertig gegeneinander antreten. Denn üblicherweise sind in den geläufigen Sportarten Männer und Frauen strikt getrennt. Der deutsche Publizist Martin Maier begründete dies einst damit, dass der Körperbau einer Frau für den Sport weniger geeignet sei als der des Mannes. Denn der sei in der Regel kleiner, leichter und schwächer sei und somit ihre Muskulatur weniger trainierbar wäre. Dies blieb jedoch nicht ohne Aufschrei. Es gibt anscheinend Hinweise darauf, dass der Frauensport älter sei als der Männersport. Die Wettkampfspiele der Frauen in Olympia, die sogenannten Heraien, welche der Himmelsgöttin Hera gewidmet sein sollten, seien älter als die rein männlichen Olympischen Spiele. 

Dass der Reitsport hauptsächlich von Frauen ausgeführt wird, zeigen Mitgliederzahlen von regionalen wie auch nationalen Verbänden. Der Schweizerische Verband für Pferdesport (SVPS) vergibt jährlich über 80 Prozent der Lizenzen und Brevets an weibliche Reiter. Diese Tendenz macht auch keinen Halt vor dem Pferdesportverein (PSV) Balzers, bestätigt Präsidentin Ursula Nigg auf Anfrage. Das bedeute aber nicht, dass es in ihrem Verein keine Männer gäbe. «Diese sind eher die Werker und im Hintergrund tätig als im aktiven Pferdesport», fügt sie hinzu. Sie ist auch die erste Präsidentin des Vereins, dessen Vorstand sich aus fünf Frauen zusammensetzt. 
Vor gut zwei Jahren feierte der Verein sein 30-jähriges Bestehen, durfte zudem die neue Reithalle einweihen und erhielt einen neuen Springplatz, auf dem der PSV nun jährlich eine Springkonkurrenz durchführt – dieses Jahr vom 15. bis 17. Juni. Folglich steckt sehr viel Frauenpower im Verein. «Die Männer haben aber auch ordentlich dazu beigetragen, schliesslich haben  meine Vorgänger einiges an Arbeit geleistet und ohne sie stünde der Verein heute nicht da, wo er ist», ergänzt Nigg. Die Teilnehmerzahlen der Springkonkurrenz 2017 weisen einen gesamthaften Frauenanteil über alle Kategorien hinweg von 75 Prozent auf. Beim Patrouillenritt im Herbst waren sogar über 90 Prozent der angemeldeten Teilnehmer weiblich. «In den niedrigen Kategorien machen sehr viele Frauen mit, jedoch ist es im Springreiten so, dass bei nationalen und internationalen Turnieren der Männeranteil wiederum höher ist», erläutert Nigg. In der Dressur aber würde es wiederum anders aussehen.

Jedoch starten die Mitglieder des PSV Balzers eher auf regionalen Turnieren. Zu den momentan erfolgreichsten Reiterinnen im Verein zählen Ania Kaiser und Catrina Arpagaus. Diese zwei bilden mit Tanja Bertossa, Georg Frick, Flurina Cavegn, Suzanne Büchel und Melanie Frick die Equipe des Vereins. «Seit ich 2014 Präsidentin bin, hat es diese Truppe immer ins Finale geschafft», freut sich Nigg. Jedoch sei es schwierig in der Gruppe eine Einheit zu bilden, da doch jeder selbst als Einzelkämpfer an den Start geht. Nebst den Erfolgen lässt sich auch die Mitgliederzahl des Vereins sehen, während die Tendenz eher abnehmend ist, steigen die Mitgliederzahlen des PSV Balzers. «Mittlerweile verzeichnen wir 140 Mitglieder», bestätigt Nigg. Somit ist es einer der grössten Vereine des Landes. «Mit der Reithalle können wir uns nun auch für die Jugendförderung einsetzen», freut sich die Präsidentin und betont dabei die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Balzers. Nun steht ein neues Materiallager des Vereins an, denn seit es unter der Brücke in Vaduz beim Mühleholzmarkt gebrannt hat, muss alles unter den Brücken im Land weggeräumt werden. «Derzeit befindet sich unser Materiallager unter der Rheinbrücke in Balzers. Geplant ist ein Clubraum sowie ein öffentliches WC. Die Pläne sind bei der Gemeinde schon vorhanden und wir schauen uns das Ganze noch im März an.» (ms)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Donnerstag, 8. März 2018.

07. Mär 2018 / 19:26
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