• Hansjörg Marxer Interview Medicnova Klinik Bendern 170803
    Interview Hansjörg Marxer, Medicnova Klinik Privatklinik Bendern am 03.08.2017  (Daniel Ospelt)

«Werden missbraucht, um von Problemen abzulenken»

Medicnova Die Privatklinik sieht sich zunehmend Kritik von Seiten der Politik ausgesetzt. Im Interview stellt Verwaltungsrat Hansjörg Marxer klar, worum es bei der Kritik wirklich geht.

Das hatten sich die Verantwortlichen der Medicnova wohl anders vorgestellt, als sie ihre Klinik planten. Zwar können sich seit gut einem halben Jahr Patienten in der Benderer Privatklinik behandeln lassen, doch noch fehlt unter anderem eine OKP-Zulassung. Deshalb können sich in der Klinik derzeit nur  Halbprivat- oder Privatpatienten behandeln lassen. Als vor einigen Wochen bekannt wurde, dass das Landesspital eine Finanzspritze von 2,5 Millionen Franken brauchen wird, rückte die Medicnova wieder in den Fokus: Sie sei Schuld an den schlechten Zahlen des Landesspitals, weil die umsatzstärksten Belegärzte zur Medicnova gewechselt hätten. Im Zug der Diskussionen um das Landesspital kaum auch die Frage nach den Medicnova-Eigentümern wieder auf.

«Ja, wir halten derzeit unsere Statuten nicht ein»
Namen in der Eigentümerfrage gibt Hansjörg Marxer, Verwaltungsrat der Medicnova, auch im Interview mit dem «Vaterland» nicht preis. Er stellt aber nochmals klar: «Unsere Ärzte sind nicht Eigentümer und nicht wirtschaftlich Berechtigte der Klinik.» Man sei sich deshalb bewusst, dass man derzeit die eigenen Statuten nicht einhalte. Denn darin heisst es, dass die Mehrheit der Verwaltungsräte auch Aktionäre der Klinik sein müssen. «Daher ist für die nächste ordentliche Generalversammlung eine Statutenänderung geplant», erklärt Marxer.
Im Interview wehrt sich Marxer auch gegen den Vorwurf, dass die Medicnova verantwortlich für die schlechten Zahlen am Landesspital sei. Schliesslich suche sich ja der Patient die Klinik aus und nicht umgekehrt. Ausserdem könne man doch der Medicnova nicht vorwerfen, die lukrativen Patienten abzugreifen, während man noch immer auf die OKP-Zulassung. Marxer: «Das ist doch absurd.» Gleichzeitig nimmt Marxer das Landesspital auch in Schutz. Man dürfe nicht vergessen, dass man bereits vor der Abstimmung über den Landesspitalneubau vor den Kosten gewarnt. Deshalb habe er sich damals auch so für den Neubau eingesetzt. «Wir sagten damals schon, dass man das Landesspital nicht mit vernüftigem Aufwand sanieren könne. Die Medicnova ist die klare Konsequenz aus der Ablehnung des Stimmvolkes, der keine grossen Investitionen wollte», erklärt Marxer weiter.

Für die Medicnova könnte es ein heisser Herbst werden
Mit dem anstehenden Diskussionen über die Finanzspritzen im Landtag dürfte auch die Medicnova ungewollt in das Licht der Öffentlichkeit rücken, schliesslich wurde der Klinik bereits in den vergangen Wochen schon öfter der schwarze Peter zugespielt. Laut Marxer müsse man sich darauf einstellen, dass man im Herbst Spielball politischer Interessen werde: «Wir werden derzeit offensichtlich missbraucht, um von den Problemen in Vaduz abzulenken.» (ags)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Samstag, 5. August 2017.

04. Aug 2017 / 18:37
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