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    Von Anfang an war für Liechtenstein der EWR-Beitritt unter Beibehaltung des Zollvertrages und der Beziehungen zur Schweiz die grösste Herausforderung. Diese besondere Konstellation braucht eine fortwährende Abstimmung und Pflege.  (Daniel Ospelt)

Vor 25 Jahren stimmte Liechtenstein für den EWR

Am 13. Dezember 1992 sagte Liechtenstein mit 55,8 Prozent Ja zum EWR-Beitritt.

Es war eine der wichtigsten Abstimmungen in Liechtenstein in den letzten 100 Jahren. Liechtenstein stimmte am 11. und 13. Dezember 1992 ein erstes Mal über den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ab. Bei einer sehr hohen Stimmbeteiligung von 87 Prozent stimmten 55,8 Prozent für und 44,2 Prozent gegen eine EWR-Mitgliedschaft. Der EWR ist ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den EFTA-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein. 

Eine Woche eher stimmte die Schweiz gegen den EWR
Eine Woche zuvor, am 6. Dezember 1992, hatte die Schweiz einen EWR-Beitritt mit 50,3 Prozent Nein-Stimmen hauchdünn verworfen. Im Gegensatz zu Liechtenstein sahen dort sowohl Befürworter wie die Gegner den EWR als ersten Schritt zum EU-Beitritt. Für den Bundesrat, der in Brüssel bereits ein EU-Beitrittsgesuch deponiert hatte, war das Nein eine gewaltige Niederlage. Der damalige Wirtschaftsminister Jean-Pascal Delamuraz bezeichnete später den Abstimmungstag als «schwarzen Sonntag». Er war gleichzeitig der Ausgangspunkt für den bilateralen Weg der Schweiz und den Startschuss für den Aufstieg der SVP unter der Leitung von Christoph Blocher zur wählerstärksten Partei der Schweiz.

Weitreichende Auswirkungen
Auch in Liechtenstein hatte die EWR-Abstimmung mehrere innenpolitische Folgen. Die Diskussionen um den Abstimmungstermin – mit der «Staatskrise» am 28. Oktober 1992 – lösten die Verfassungsdiskussion aus. Und auch die unterschiedlichen Abstimmungsergebnisse in der Schweiz und Liechtenstein wirken sich bis heute aus, wie gerade in den letzten Wochen die Diskussionen um den OKP-Staatsvertrag und die «graue Liste» zeigen. (sap) 

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Mittwoch, 13. Dezember 2017.

12. Dez 2017 / 22:35
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