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    Ein Rentenbeginn je nach Branche?  (Geber86)

«Gesundheitskosten könnten steigen»

Fürst Hans-Adam II. hat unlängst wieder das Rentenalter aufs Tapet gebracht. Die Reaktionen darauf reichen von scharfer Kritik bis zu grossen Bedenken.

«Durchlaucht, können Sie sich ernsthaft vorstellen, dass bei den nächsten Renovationsarbeiten an der Schlossfassade 73-jährige Handwerker Gerüste stellen und Gipserarbeiten ausführen?», schrieb Sigi Langenbahn unlängst in einem Statement, das im «Liechtensteiner Vaterland» erschien. Er kontert damit auf die Aussagen von Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein, der ein Hinaufsetzen des Rentenalters auf 70 oder 75 als sinnvoll erachtet. «Die Finanzierung der Alterspflege könnten wir mit einem Federstrich lösen, wenn wir das Pensionsalter auf 70 oder 75 erhöhen», erklärte der Fürst. Entscheidend wäre nur ständiges Lernen, womit ältere Menschen sich geistig wie körperlich fit halten könnten.

Wirtschaftskammer sieht eine grosse Gefahr
Ohne Zweifel lastet der demografische Wandel auf der AHV. Anderswo hat man das erkannt. Über die Hälfte der OECD-Länder hat, obwohl es oft gar keine zweite Säule gibt, das Rentenalter auf 67 oder 68 erhöht. Nur so können sie den Lebensabend ihrer Bevöl-kerung finanzieren, die bekannt-lich immer älter wird. «Eine generelle Erhöhung des Rentenalters sollte aus meiner Sicht erst in Erwägung gezogen werden, wenn andere Möglich-keiten und Massnahmen geprüft worden sind», erklärt Rainer Ritter, der Präsident der Wirtschafts-kammer, auf Anfrage. Eine grundsätzliche Erhöhung des Rentenalters sei bestimmt die einfachste Lösung, um Mittel zu generieren für die Finanzierung des demografischen Wandels. «Ich sehe dabei aber die Gefahr, dass die Gesundheitskosten ebenfalls steigen könnten, was dann wieder kontraproduktiv wäre», warnt er. Vielmehr müsse darüber nachgedacht werden, wie Jungpensionäre, die gesund sind und sich noch fit fühlen, weiter beschäftigt werden können. 

Schreckgespenst Rentenalter 70
Grundsätzlich stellen sich für das Rentenalter einige Fragen. Erstens: Sind die Leute fähig, länger zu arbeiten? Zweitens: Sind sie dazu bereit? Und drittens: Finden sie Arbeit? Der Tenor in Liechtenstein scheint eher der zu sein, vorher andere Möglichkeiten auszuschöpfen, als das Rentenalter zu erhöhen. Auch der Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini hat sich dazu geäussert. (dal)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Freitag, 23. Februar 2018.

22. Feb 2018 / 21:14
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