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    Die Interpellanten wollen von der Regierung einige Antworten zum Umgang mit Cannabis  (seanfboggs)

Freie Liste will über Cannabis reden

Zu Beginn der neuen Sessionsperiode bringt die Fraktion der Freien Liste (FL) im Landtag die «Interpellation zum Umgang mit Cannabis in Liechtenstein» auf die Agenda. Die FL lädt die Regierung ein, Fragen zur Handhabung von Cannabis zu beantworten.
Vaduz. 

Anlass für diesen Fragenkatalog ist unter anderem der internationale Trend einer liberaleren Haltung gegenüber der «weichen» Droge, deren medizinische Wirkung lange Zeit vernachlässigt wurde. Während insbesondere bei Opiaten der medizinische Nutzen unbestritten sei, stecke die medizinische Forschung bezüglich Cannabis gänzlich in den Kinderschuhen, heisst es in der Mitteilung der Freien Liste.  Ein Verbot oder hohe Hürden seien vor allem in jenen Fällen schwer nachvollziehbar, wenn negative Wirkungen zu vernachlässigen sind, wie in der Palliativpflege. Hier sei jede Schmerzlinderung willkommen und sie zu verwehren, liege nicht im Interesse der Gesellschaft. Vielmehr gelte es, das Potential von Cannabis zu erforschen und Hürden, die die Forschung unnötig erschweren, abzubauen. 

Einige Fragen aus der Interpellation:

1. Welche Kosten entstanden in den vergangenen 5 Jahren für die strafrechtliche Verfolgung und auferlegte Massnahmen beim Konsum von Cannabis?

2. Welche Kosten entstehen durchschnittlich pro Konsumentin/Konsumenten?

3. Wie beurteilt die Regierung die Wirkung der Massnahmen, mit denen der Konsum von Cannabis verhindert werden soll?

4. Wie hoch schätzt die Regierung die volkswirtschaftlichen Kosten von missbräuchlichem Cannabis- Konsum ein? Wie würden sich diese nach der Erwartung der Regierung entwickeln, sollte der Konsum entkriminalisiert werden?

5. Welche Hürden haben Ärzte und Ärztinnen, um Cannabis als Schmerzmittel anzuwenden?

Mit den angeführten Fragen möchten die Interpellanten klären, wie die Regierung angesichts der internationalen Tendenz zur Rücknahme repressiver Massnahmen die strafrechtliche Verfolgung von Konsumentinnen und Konsumenten der «weichen Droge» Cannabis in Liechtenstein beurteilt. Die Interpellanten bitten die Regierung, einen Überblick über die in Liechtenstein gewonnenen Erkenntnisse zu vermitteln, die es erlauben, verschiedene Massnahmen zu beurteilen. Da der Handel mit psychotropen Stoffen international reguliert ist und Liechtenstein wirtschaftlich mit der Schweiz und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng verbunden ist, stellt sich ausserdem die Frage, wie weit Liechtenstein seine Drogenpolitik autonom gestalten kann. (pd/red)

29. Jan 2018 / 16:57
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