• LANV 1. Mai- Feier
    Sigi Langenbahn vom LANV ist der Meinung, dass nicht alle vom Aufschwung profitieren.  (Elma Korac)

Durchzogene Lohnverhandlungen

Aus Sicht des Liechtensteinischen Arbeitnehmerverbandes (LANV) fällt die Gesamtbilanz der Lohnverhandlungen im Gewerbe eher bescheiden aus. Es gab aber auch einige Lichtblicke. So dürfen sich die Arbeitnehmenden des Innendekorations- und Bodenlegergewerbes auf mindestens 100 Franken Lohnerhöhung freuen.

In weiteren vier Branchen konnten generelle Erhöhungen zwischen 0,5 Prozent und 1,0 Prozent erzielt werden. In der Lohnrunde 2018 musste keine Nulllohnrunde hingenommen werden.

Trotz der wirtschaftlich stabilen Lage und der spürbaren Abschwächung des Schweizer Frankens wollten die Vertreter von neun Gewerbebranchen nicht über 0,5 Prozent zur individuellen Verteilung hinausgehen. Gemäss LANV schien es fast, als hätten es zwischen den Sektionen Absprachen gegeben. Bei guter Auftragslage wurde im Bauhaupt- und Nebengewerbe sei noch vehementer als gewohnt mit vernichtenden Preiskämpfen argumentiert worden. Dabei sei auch auf die steigenden Lohnnebenkosten durch die betriebliche Personalvorsorge verwiesen worden.

Weniger Geld im Portemonnaie
In Anbetracht einer Teuerung von 0,5 Prozent sowie steigenden Gesundheitskosten und Vorsorgeprämien
hätte sich der LANV deutlich mehr generelle Lohnerhöhungen zur Steigerung der allgemeinen Kaufkraft erhofft. Bei Lohnanpassungen von 0,5 Prozent sind die Löhne hingegen real weniger wert. Zudem profitiere von individuellen Lohnerhöhungen nur ein Teil der Belegschaft, womit einige mit empfindlichen Reallohneinbussen rechnen müssten.

Coiffeure vor dem Aus, Gastronomie in Gefahr
Die Jahresversammlung des Liechtensteinischen Coiffeurverbands hat beschlossen, den Verband infolge mangelnder Solidarität auf Ende Jahr aufzulösen. Somit hat auch der Gesamtarbeitsvertrag ab 2018 keine Gültigkeit mehr. Dies sei umso tragischer, da der schweizerische Coiffeurverband einer massiven Anhebung der sehr tiefen Mindestlöhne zugestimmt hat. Ohne Gesamtarbeitsvertrag werde gemäss LANV im heimischen Coiffeurgewerbe die Gefahr des Lohn- und Sozialdumpings massiv ansteigen. Auch im Gastronomiegewerbe fehle es an Solidarität. Während die Mitglieder der Sektion Gastronomie den Mindestlohn von 3‘250 Franken einhalten, erhalten die Mitglieder des Hotel-und Gastronomieverbandes Grenzgängerbewilligungen mit Löhnen ab 2‘600 Franken. Das entspricht einer Unterbietung des Mindestlohns um ganze 20%! 

Ein weiterer Stillstand herrsche in der Sektion Textilreinigung, der lediglich noch die Firma Fix AG angehört. Nach mehrjährigen ergebnislosen Gesprächen unter Abwesenheit des Geschäftsführers verlangte der LANV für die Lohnrunde 2018 einen Termin mit dem Geschäftsführer, wie dies über viele Jahre üblich war. Neben Lohnerhöhungen soll es auch um die Revision des veralteten Gesamtarbeitsvertrags aus dem Jahr 1995 gehen. Offensichtlich habe sich dessen Verständnis von Sozialpartnerschaft geändert, weshalb noch kein Termin zustande gekommen sei.

Verbesserungen für Ungelernte, Ältere und Väter
Ein weiteres grosses Ziel konnte der LANV endlich erreichen. In praktisch allen Gesamtarbeitsverträgen der Industrie und des Gewerbes konnten die Mindestlöhne für Ungelernte auf 3‘300 Franken angehoben werden. Auch beim Vaterschaftsurlaub und bei zusätzlichen Ferientagen für ältere Arbeitnehmende wurden weitere Fortschritte erzielt. Hier habe sich die Hartnäckigkeit der vergangenen Jahre gelohnt. Man sei dem Ziel, fünf Wochen Ferien für Arbeitnehmende ab 50 in allen Branchen ein grosses Stück näher gekommen. (pd/red)

20. Dez 2017 / 18:02
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