• Violanda Lanter-Koller wird das Amt der Fraktionssprecherin der VU übernehmen.  (Daniel Ospelt)

Violanda Lanter-Koller wird neue VU-Fraktionssprecherin

Der VU-Abgeordnete Christoph Wenaweser stellt sich für die anstehende Legislaturperiode nicht mehr als Fraktionssprecher zur Verfügung. Diese Funktion wird neu von der bisherigen Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller eingenommen. Für den Fall, dass eine Koalition unter VU-Beteiligung zustande kommt, wurde Gunilla Marxer-Kranz von der Fraktion für das Amt der Landtagsvizepräsidentin nominiert.
Vaduz. 

Die VU-Landtagsfraktion hat sich in der neuen personellen Besetzung nach den Landtagswahlen 2017 am Mittwochabend und am Freitagmittag zu ihren ersten zwei Sitzungen getroffen. Der frühere Fraktionssprecher Christoph Wenaweser hatte bereits an der letzten Sitzung der Fraktion in der abgelaufenen Legislaturperiode, am 28. November 2016, gegenüber den Fraktionsmitgliedern sowie der Parteispitze bekannt geben, dass er – sollte er in den neuen Landtag gewählt werden – nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung stehe.

Wenaweser hat Messlatte hoch gesetzt

Christoph Wenaweser hatte in der zurückliegenden Legislaturperiode nach dem Wahlergebnis 2013 sehr viel in die Arbeit als Fraktionssprecher investieren müssen. «Für die bevorstehende Legislaturperiode wollte ich mehr Zeit zur Verfügung haben, mich intensiver als bisher mit den anstehenden Sachgeschäften des Landtags auseinanderzusetzen», erläutert Christoph Wenaweser seinen persönlichen Entscheid. Neu wird die bisherige Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller die Rolle des Fraktionssprechers übernehmen. «Christoph Wenaweser setzt die Messlatte für eine Fraktionssprecherin zugegebenermassen hoch», ist sich die frisch gewählte Fraktionssprecherin bewusst. Er habe diese Aufgabe vor vier Jahren unter weit schwierigeren Umständen als wir sie heute haben übernommen und «Enormes gremienübergreifend geleistet». Violanda Lanter-Koller kann und will keine Kopie von Christoph Wenaweser sein, «doch haben wir eng zusammengearbeitet und hatten in vielen Dingen dieselben Ansichten». Violanda Lanter-Koller möchte die Fraktion in kollegialer und transparenter Weise führen und sie sei sicher, dass alle Fraktionsmitglieder bereit sind, sich ehrlich einzubringen und konstruktiv mitzuarbeiten. 

Reicher Erfahrungsschatz für Fraktion

Die VU hatte vor den Wahlen kommuniziert, dass Violanda Lanter-Koller im Falle eines Wahlsieges die erste Landtagspräsidentin Liechtensteins geworden wäre. Zur Frage, inwieweit das Verfehlen des Wahlziels etwas damit zu tun habe, dass sie nun nicht länger Landtagsvizepräsidentin sein möchte, sondern neu die Schlüsselposition „Fraktionssprecherin“ einnehmen wird, führt sie aus: „Nach den Wahlen ging es darum, sich als Fraktion rasch zu finden und die notwendigen Schlüsselpositionen zu besetzen. Nachdem klar war, dass Christoph Wenaweser nicht mehr für das Amt des Fraktionssprechers zur Verfügung steht und sich aus verschiedenen Gründen niemand aus der neuen Fraktion in der Rolle des Fraktionssprechers sieht, habe ich mir einige Überlegungen gemacht.“ Das Mandat als Landtagsvizepräsidentin und die Aufgabe der Fraktionssprecherin schliessen sich ihres Erachtens aber aus, sodass sie einen Entscheid habe treffen müssen.

Neue Ausgangslage für Rollenverteilung

Die neue Fraktion hat Violanda Lanter-Koller auch als neu zu wählender Landtagsvizepräsidentin das Vertrauen ausgesprochen. Fakt sei jedoch, dass die VU ihr Wahlziel verfehlt habe und sie nach bisherigem Modus das Präsidentenamt nicht antreten könne. «Auch deshalb stellte sich mir die Frage, an welcher Position ich mich aufgrund der gegebenen Ausgangslage auch innerhalb der Fraktion am besten einbringen kann», so die neue VU-Fraktionssprecherin. Nach einhelliger Ansicht der neuen VU-Fraktion soll Gunilla Marxer-Kranz die neue Fraktionssprecherin in der Funktion der Landtagsvizepräsidentin ablösen, sofern eine Koalition mit VU-Beteiligung zustande kommen wird. Die 45-jährige Gunilla Marxer-Kranz ist Juristin mit Anwaltspatent und kann auf Landtagserfahrung hinter den Kulissen zurückblicken. Als Landtagssekretär-Stellvertreterin war sie zuständig für die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission. Heute arbeitet die Mutter zweier Söhne Teilzeit bei der Wirtschaftskammer in der Rechtsberatung. Gunilla Marxer-Kranz freut sich natürlich sehr «über den grossen und breiten Vertrauensvorschuss, den mir meine Fraktion mit dieser Bestellung entgegen bringt.» Der Vorschlag für dieses Amt sei für sie sehr überraschend gekommen. Sollte sie das Amt der Landtagsvizepräsidentin übernehmen dürfen, wird Gunilla Marxer-Kranz dem Landtagspräsidium angehören, welches für verschiedene, zumeist administrative Aufgaben zuständig ist. «Darüber hinaus werde ich wohl auch einige Repräsentationsaufgaben übernehmen dürfen. Ich persönlich habe Respekt vor einer solch ehrenvollen Aufgabe und würde natürlich mein Bestes geben, um diesem Amt auch gerecht zu werden», erklärt Gunilla Marxer-Kranz.

Schönes Zeichen für die Frauen

Zwei der drei in den Landtag gewählten Frauen gehören der VU-Fraktion an. Und beide Frauen werden nun Schlüsselpositionen besetzen. Den ehemaligen Fraktionssprecher Christoph Wenaweser freut es sehr, «dass sich sowohl für das Amt als Fraktionssprecherin als auch als mögliche Landtagsvizepräsidentin zwei hervorragend qualifizierte Persönlichkeiten zur Verfügung stellen». Beide dürfen laut Wenaweser auf das uneingeschränkte Vertrauen und auf den Rückhalt der gesamten Fraktion zählen. Inwieweit will die VU-Fraktion im Lichte des schlechten Abschneidens der Frauen bei diesen Landtagwahlen mit diesen beiden fraktionsinternen Personalentscheiden allenfalls ein Zeichen für die Frauen setzen? Dazu führt Christoph Wenaweser aus: «Violanda und Gunilla sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und sich zu exponieren. Es ist unabhängig vom Geschlecht doch eine Selbstverständlichkeit, dass sich solche Persönlichkeiten nach ihrer Wahl in den Landtag für die Öffentlichkeit wahrnehmbar positionieren können. Sollte dies darüber hinaus auch noch ein Zeichen für die Frauen sein, dann sehr gerne!»

Frauen sollen sich nicht entmutigen lassen

«In einer breiten und offenen Diskussion zur Besetzung dieser Schüsselpositionen wurden innerhalb unserer Fraktion stets die Qualifikationen in den Vordergrund gestellt. Über eine Frauenquote, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheinen mag, wurde nicht diskutiert», betont Gunilla Marxer-Kranz. Von daher sei es umso erfreulicher, dass die Fraktion einhellig Violanda Lanter-Koller und ihr – als Neuling – das Vertrauen ausgesprochen habe. «Es ist aber definitiv auch ein Zeichen für andere Frauen, sich vom jetzigen Ergebnis nicht entmutigen zu lassen und in Zukunft weiterhin für eine adäquate Vertretung zu sorgen», so die neue mögliche Landtagsvizepräsidentin. «Wir haben diese Entscheidung innerhalb der Fraktion getroffen, ohne auf die Geschlechterfrage zu schauen. Mit Gunilla haben wir eine Person, die das Amt der Landtagsvizepräsidentin bestens ausfüllen kann», führt die neue Fraktionssprecherin Violanda Lanter-Koller aus. Natürlich sei es angesichts des schlechten Wahlergebnisses für die Frauen trotzdem ein schönes Zeichen und «es widerspiegelt, dass die VU sieben fähige Frauen auf den Wahllisten portierte».

10. Feb 2017 / 19:41
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