• Gemeinde Schaan
    Das Schulhaus St. Elisabeth (im Bild das Kloster) sollen bald Geschichte sein.  (Daniel Ospelt)

St. Elisabeth: Sanierung würde über 6 Mio. kosten

Um das Schulgebäude St. Elisabeth in Schaan fit für die Zukunft zu machen, müssten gemäss Amt für Bau und Infrastruktur 6 bis 7 Millionen Franken investiert werden.
Schaan. 

Die von der Regierung beschlossene  Schliessung des Schulstandortes beim Kloster St. Elisabeth sorgt – wie schon in der Vergangenheit – für Diskussionen. Der Schaaner Gemeinderat und die Elternvereinigung haben eine Protestnote ins Regierungsgebäude geschickt. Beschlossen hatte die Schliessung des Standorts der Landtag bereits 2012. Jetzt soll es ernst werden, da der Mietvertrag mit dem Orden nur jeweils auf den 31. Juli eines Jahres mit einer zweijährigen Frist gekündigt werden kann. Um eine Übergangslösung zu schaffen, soll beim Schulstandort Mühleholz ein Provisorium erstellt werden. Die Diskussion um das St. Elisabeth hat sehr viel mit Lokalkolorit zu tun. So gehen aktuell 56 Realschüler aus Schaan und 55 Sportschüler aus dem ganzen Land beim Kloster zur Schule. Die restlichen etwa 40 Prozent der Schaaner Realschüler büffeln schon heute beim Schulstandort Mühleholz in Vaduz. Das Hauptargument der Gegner der Regierungsvorlage ist, dass man zunächst die Schulbautenstrategie absegnen müsse, bevor man Standorte schliesse und Provisorien genehmige.

Gesetz zwingt Regierung zum Handeln
Ein zentraler Punkt beim Standort St. Elisabeth ist aber, dass er nicht behindertengerecht ist. Gemäss Behindertengleichstellungsgesetz müssten bereits seit dem 1. Januar 2012 alle Kindergärten und Schulen barrierefrei sein. Der Liechtensteiner Behinderten-Verband hat der Regierung mit Schreiben vom 21. März 2016 hinsichtlich des Schulstandortes St. Elisabeth auf verschiedene Mängel bei der Barrierefreiheit nach dem Behindertengleichstellungsgesetz hingeweisen und deren Behebung bis Ende 2018 gefordert, da der heutige Zustand der Schulanlage nicht dem geltenden Recht entspreche. Die Feststellungen des Behindertenverbandes beruhen auf einer im Jahr 2011 durchgeführten Zustandsanalyse. Für den Schaaner Gemeindrat ist dies kein Grund, den Standort aufzugeben. «Es ist sicher möglich, die Schule be­hindertengerecht zu machen»,
erklärte der Schaaner Vorsteher Daniel Hilti gestern gegenüber Radio L.

Provisorium wäre auch in Schaan notwendig
Dem widerspricht auch Markus Verling, Leiter des Amtes für Bau und Infrastruktur, nicht. Er gibt aber zu bedenken: «Allein mit der bestehenden Bausubstanz beim Kloster St. Elisabeth ist dies gar nicht möglich. Für die Erfüllung der Auflagen des Behindertengleichstellungsgesetzes, Hygienevorschriften, wärmetechnischen Vorschriften des Baugesetzes und die baulichen Anpassungen an die Anforderungen im Schulsystem wären neben der Sanierung des Bestandes Neu- resp. Ergänzungsbauten notwendig. Während der Zeit der Sanierung müsste das bestehende Gebäude für ca. zwei Jahre geräumt und die Schüler ebenfalls in einem Provisorium untergebracht werden.» Gemäss Markus Verling wäre bei dieser Variante mit Kosten von 6 bis 7 Millionen Franken zu rechnen. «Aus diesem Grund ist die Arbeitsgruppe zum Schluss gekommen, dass an diesem auch verkehrstechnisch schlecht mit dem ÖV und dem Fahrrad erreichbaren Standort nicht festgehalten werden soll», so Verling weiter.
Deshalb hat auch die Regierung entschieden, dass unabhängig von der künftigen Strategie der Schulbauen, an welchen Standorten die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe in Liechtenstein untergebracht werden, für die Schülerinnen und Schüler des St. Elisabeth zeitnah eine provisorische Lösung gefunden werden muss. Für Markus Verling ist das Provisorum beim Mühleholz die ideale Lösung, da «nur an diesem Standort Synergien mit dem Bestand genutzt werden können». Bei diesen Überlegungen ist auch zu bedenken, dass auch nach einem positiven Enscheid des Landtags für den Neubau eines Schulgebäudes – egal an welchem Standort dieses realisiert werden soll – bis zum möglichen Bezug zwischen acht und zehn Jahre vergehen. (sap)

18. Mai 2017 / 22:45
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