• Mit der Revision des Aktienrechts will der Bundesrat eine Frauenquote für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen grosser börsenkotierter Unternehmen einführen. (Archivbild)
    Liechtensteins Parteien zeigen sich offen für Lösungsvorschläge bezüglich Frauenquote.  (KEYSTONE/AP dapd/NIGEL TREBLIN)

Parteien sind offen für eine Quoten-Diskussion

Das schlechte Abschneiden der Frauen bei den Landtagswahlen hat die Diskussion um eine Quote ausgelöst. Liechtensteins Parteien zeigen sich offen für Lösungsvorschläge.

Lediglich drei Frauen ziehen ins neu gewählte Liechtensteiner Parlament ein: Der Aufschrei nach dem Resultat der Landtagswahlen war gross. Eine Quoten-Diskussion ist aufgeflammt. Die treibende Kraft dahinter: der Verein «Hoi Quote», welcher vor drei Wochen gegründet wurde. Nun haben auch die Parteien Stellung bezogen.
Während sich die Freie Liste für eine Geschlechterquote ausspricht, bleiben die Vaterländische Union (VU) und die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) zurückhaltend. Beide zeigen sich jedoch offen für einen überparteilichen Dialog und neue Lösungsvorschläge. Nur die Unabhängigen (DU) sprechen sich klar gegen eine Quote aus, wie aus einer Pressemitteilung von «Hoi Quote» hervorgeht. Der Verein hat den vier Parteien sechs Fragen gestellt und nun die Antworten auf seiner Internetseite veröffentlicht.

«Das Thema Geschlechterquote wird zurzeit innerhalb der VU kontrovers diskutiert», äussert sich VU-Präsident Günther Fritz in der Beantwortung auf diese Fragen. FBP-Präsident Thomas Banzer schreibt: «Das erreichte Resultat zeigt deutlich, dass allein innerparteiliche Massnahmen nicht genügen, um etwas an der Situation zu verändern. Hier ist eine überparteiliche Diskussion notwendig und bei entsprechenden Vorschlägen sind wir offen für einen Austausch.» Das oft genannte Argument, die nicht gewählten Frauen seien nicht geeignet gewesen, weisen alle Parteien von sich.

Lösungsvorschlag mit Parteien ausarbeiten
Wie Katrin Hasler, Vorstandsmitglied von «Hoi Quote», im «Vaterland»-Interview sagt, wird nun der Austausch mit den Parteien gesucht: «Denn unser Lösungsvorschlag soll möglichst breit abgestützt werden.» Wie die Geschlechterquote aussehen soll, will der Verein in Zusammenarbeit mit den Parteien definieren. Voraussetzung für eine Quote sei jedoch, dass die Geschlechter bereits auf den Wahlzetteln gleich vertreten sind.  «Alle Parteien bekunden Mühe, passende Kandidaten für politische Ämter zu finden. Insbesondere bei Frauen sei die Überzeugungsarbeit für eine Kandidatur jedoch schwierig», wird Katrin Hasler in ihrer Medienmitteilung zitiert.
Und hier will der Verein für eine Geschlechterquote nun ansetzen. Erstes Etappenziel: Bei den Gemeinderatswahlen 2019 sollen genügend Frauen zur Wahl stehen. (manu)

24. Mär 2017 / 20:49
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