Zähne dem Arzt per Post zugestellt

Am Montagabend brachte das Komikerduo «Messer und Gabel» im SAL in Schaan die Bäuche der Zuschauer zum Wackeln. Die Komiker René Sulser und Rolf Kern alias Jock und Köbi präsentierten bodenständige Witze aus dem Alltag zweier Appenzeller.

Köbi und Jock brachten mit ihrem trockenen und bodenständigen Humor das Publikum zum Lachen. Bild: Daniel Ospelt

Als Setting für das Programm «Fiirobet»  wählten die beiden Komiker den Saal einer Beiz in Appenzell, in der die Hauptversammlung des Vereins der «Fiirobed-Höckler» stattfand. Diesen Event nehmen die beiden Komiker zum Anlass, um diverse lustige Facetten aus dem Alltag zu erzählen, verpackt in typisch appenzellerischen Humor. 

Zu Beginn ist Jock total überstellig und gibt seine ulkig- wackligen Gesten und gesichtsverzerrenden Mimiken zum Besten. Köbi fragt ihn trocken: «Hast du wieder vergessen, deine Tabletten zu nehmen?» «Nein», antwortet dieser. Er hätte sogar erst gerade neue bekommen. Die seien aber recht speziell. «Sie schäumen wie verrückt im Füdli.»

Vorsteher im Swingerclub – Pfarrer in vollem Haus

Dann wird das Publikum begrüsst. Auch Herr und Frau Pfarrer, mit dem Verweis auf den gut besetzten Saal: «So sieht es aus, wenn man ein volles Haus hat. Schön, dürfen Sie das auch mal miterleben.» Und toll sei auch, dass Frau Pfarrer schwanger sei. «Es ist gut, gibt es für einmal nicht nur evangelische Pfarrerskinder.» 
Auch den Vorsteher und Kollege Johnny glauben die Komiker im Publikum zu sehen. «Die gehen jeweils zusammen in den Swingerklub», sagt Jock zu Köbi. «Swingerklub? Du meinst wohl Schwingerklub?» «Das glaub ich nicht. Den Johnny sehe ich heute nämlich zum ersten Mal mit Hosen an  und beim Vorsteher habe ich noch nie Sägemehl in den Ohren gesehen. Mit Schwingen haben die doch nichts am Hut.»

Leckmuscheln als Übungsanlage

Auch ein Rückblick in die Kindheit darf nicht fehlen: «Wir hatten damals noch die Leckmuscheln als Süssigkeiten. Daran haben wir geschleckt, bis die Zunge blutig wurde», so Jock. «Und heute profitieren die Frauen davon. Wir wurden mit den Muscheln  gut auf unsere Aufgaben im Schlafzimmer vorbereitet.» Obwohl, so toll laufe im Schlafzimmer nicht mehr alles. «Hab erst grad letzthin mit der Frau wieder das Obligatorische geschossen. Doch es war komisch. Ich hatte danach ein Pfeiffen im Ohr», erzählt Köbi. «Naja, in deinem Alter kannst du auch keine Standing Ovation mehr erwarten», gibt Jock zu bedenken.
Nabelschnur wird vermisst, Gebiss abgestempelt

Plombe mit Poststempel rausgeschlagen

Später kommen die beiden als Betagte verkleidet auf die Bühne und sprechen über das Thema Gesundheit. «Haben dir deine Kinder endlich ein Hörgerät gekauft?» – «Nein, ich musste selber eines erstehen. Habe es den Kindern jedoch nicht gesagt. Dafür habe ich nach deren Besuchen bereits drei Mal das Testament geändert.» 

Ob er denn in letzter Zeit beim Arzt gewesen sei. «Ja, beim Meier» – «Was machst du denn beim Meier? Das ist der Zahnarzt. Dem kannst du das Gebiss doch per Post schicken.» – «Uy ja. Stell dir vor, zu Beginn habe ich es jeweils mit einem Couvert geschickt. Da hat mir die Dame in der Post mit dem Stempel jedes Mal eine Plombe rausgeschlagen. Jetzt nehme ich jeweils eine Paketschachtel.» 

Mit Mutter auf die Toilette

Der Arzt heisse übrigens Müller, nicht Meier, meint der eine. Da kommen beim anderen gleich Erinnerungen hoch: «Stimmt, der Doktor Müller. Der praktiziert ja schon seit Ewigkeiten. Der hat mich schon auf die Welt gebracht.» Der sei es auch gewesen, der ihm die Nabelschnur geklaut habe. «Stell dir vor, was ich für ein Geld sparen könnte, wenn ich mich noch über die Nabelschnur ernähren könnte», meint der andere. Doch das hätte auch Nachteile: «Dann müsste ich Mama immer mitnehmen, wenn ich auf die Toilette muss.» 

Auf diese wie viele andere Pointen folgte jeweils schallendes Gelächter im Saal. Wer den trockenen und direkten Humor der Appenzeller mag, der ist klar auf seine Kosten gekommen. Beim Publikum kommen Jock und Köbi bestens an, auch in Schaan gab es viel Applaus. Dafür bedankten sich die beiden mit einer ausführlichen Zugabe.  

Das Programm «Fiirobet» wird am Donnerstag, 22. März 2018, nochmals im Vaduzer Saal aufgeführt.

(jeb)

29. Nov 2017 / 11:30
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