• 10 Jahre Sammlung Batliner Festakt
    Rita und Herbert Batliner beim Jubiläum der Sammlung Batliner in der Albertina in Wien.  (Andreas Tischler)

Weggabe im Sinne einer Hingabe

Seit zehn Jahren bereichert die bedeutende Sammlung von Herbert und Rita Batliner die Ausstellungsräume der Albertina in Wien. Ein Jubiläum, das zu Dank verpflichtet.
Gefeiert. 

Wie an einem Geburtstag oder an Weihnachten, wenn nicht gleich beides zusammen – so habe sich der Museumsdirektor Klaus Albrecht Schröder vor zehn Jahren gefühlt, als sich Herbert Batliner und seine Gattin entschieden hätten, ihre Sammlung von über 500 Werken der Albertina in Wien als Leihgabe zu überlassen. Beschämt, nicht die richtigen Worte zu finden, hätte er das Geschenk am liebsten im Stillen genossen. «Und auch heute ist es wieder eine Last, nicht die richtigen Worte finden zu können», so Schröder. Der Rahmen für die Feier hätte nicht schöner sein können: Ein prunkvoller Festsaal inmitten der Albertina, wo all die gesammelten Werke tagaus, tagein von Hunderten von Museumsbesuchern bestaunt werden können. Unter den Gästen befanden sich Liechtensteins Fürstenhaus, Regierungschef Adrian Hasler, ITW-Geschäftsleiter Martin Meyer, der österreichische Alt-Bundespräsident Heinz Fischer und der österreichische Schriftsteller aus Vorarlberg, Michael Köhlmeier, um nur einige zu nennen. Und dazu – abgesehen vom Saal und den Gästen – gab es eine stimmungsvolle musikalische Umrahmung durch das Ensemble Franz Bartolomey. An nichts fehle es, ausser an den richtigen Worten, wie der Museumsdirektor glaubte. Dankbarkeit, Herzlichkeit und Aufrichtigkeit sind aber mehr als blosse Worte – und das war deutlich spürbar. 

Wie Regen auf eine ausgedörrte Steppe
Mit der Sammlung hat das Ehepaar Batliner in den vergangenen zehn Jahren über acht Millionen Museumsbesucher bereichert. Tausende von Schulklassen haben sich seit jeher auf den Lehrpfad der malerischen Kunst begeben. Interessierte dürften mit der Sammlung Batliner in fünf Jahrhunderte Kunstgeschichte eintauchen. «Die Bilder sind wie Musik, die zu Farbe geworden ist», schwärmt Museumsdirektor Schröder. Und: «Sie waren der Regen, der eine damals ausgedörrte Steppe in der Albertina wieder zum Leben erweckt haben.» All diesen Reichtum, der, abgesehen vom Finanziellen, geradezu ideell eine bedeutende Rolle spielt, hat der Museumsdirektor mit einem Team in vier Buchbänden dokumentiert – eine sieben Kilogramm schwere Kunstgeschichte, gespickt mit Aufsätzen von Kunsthistorikern. Erfüllt von Erinnerungen, die nur dem Sammler-Ehepaar Batliner gehören. Die Kunst, die wollten sie mit der Leihgabe mit anderen Menschen teilen. Die Erinnerung an den Erwerb jedes einzelnen Bildes gehört aber nur ihnen. Sie sind die Seele der bedeutenden Sammlung. (bfs)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von 18. Oktober 2017.

17. Okt 2017 / 23:40
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