• Von den vielen Auf und Abs
    Thomas Beck erklomm gemeinsam mit den Besuchern die Leiter des Scheiterns.

Von den vielen Auf und Abs

Zwei Jahre lang tourte Thomas Beck als Clown durch die Schweiz. Nun las er im «Gustav» in Vaduz das tragische Clownschicksal «Das Lächeln am Fusse der Leiter».

Zirkusmusik erklingt aus dem Off, ein tosender Applaus, dann die Ankündigung der nächsten Show. Nach einigen Minuten schleicht sich ein kleiner Mann im Kostüm eines Zirkusdirektors vorsichtig hinter dem dunkelroten Vorhang hervor.  «Nichts konnte dieses ungewöhnliche Lächeln trüben», liest er aus seinem mitgebrachten Buch. «Seine Ekstase war unnachahmlich», heisst es weiter.


Bildersammlung von verschiedenen Treppen 
Der Liechtensteiner Schauspieler Thomas Beck hat zu einer szenischen Lesung in den Raum für Alltagskultur «Gustav» in Vaduz geladen. Das Stück «Das Lächeln am Fusse der Leiter» von Henry Miller hat er nicht zufällig ausgewählt. «Als ich das erste Mal diesen Raum betrat und die Treppe ins Nebenzimmer sah, war für mich klar, dass ich hier einmal eine Lesung zu Treppen machen möchte», erzählt er nach der Show. Treppen beschäftigen Beck schon länger, so wurde die Lesung mit unzähligen Bildern von Treppen begleitet, die er auf Reisen oder im Alltag ablichtete. Nach einigen Recherchen zum Thema kam ihm diese Geschichte von Miller in den Sinn, die ihm seine Freunde nach zwei Jahren Arbeit als Zirkusclown zum Abschied schenkten. 


Der Aufstieg und Fall eines berühmten Clowns
Die Geschichte handelt vom beliebten Clown August, der die Zirkusbesucher Abend für Abend in schallendes Gelächter versetzte. August jedoch hatte einen höheren Ehrgeiz, er wollte, dass das Lachen der Freude weicht. Mit der Zeit verschärfte sich für den erfolgreichen Clown das Lachen zur Qual und das Gelächter verwandelte sich ins Weinen. «Hohn strömte aus», liest Beck eindringlich. Und bald wurde er mit Gegenständen beworfen, bis er verletzt am Boden lag. Tieftraurig verliess der Clown den Zirkus und tauchte unter. Je länger die Zeit verging, desto mehr vermisste er seinen Zustand der Glückseligkeit, den er erreichte, wenn das Publikum vor Freude tobte. In seinen Träumen kletterte er die Himmelsleiter hoch, worauf er wieder und wieder ins Nichts fiel. Darin zerschlug er auch seine Fähigkeit zur Erinnerung. Erschöpft von seinen Träumen verlor er sich in einer der vielen Städte, die er besuchte und stiess unverhofft auf eine Zirkustruppe. Mit seinem rasenden Herzschlag stieg auch Becks Lesetempo kontinuierlich an. Die Erleichterung: Die Truppe nahm ihn liebevoll als Gehilfen auf. «Er empfing nicht länger Applaus – er empfing ein Lächeln der Dankbarkeit.» August erlebte erneut einen Zustand der anhaltenden Freude. Doch eines Tages erkrankte der Clown ... Soll August zurück in sein altes Leben? Zurück zum Ruhm, der ihn zum Einsiedler gemacht hat? Konnte er es überhaupt noch? (mk)

Weitere Vorführungen finden 
am 23., 24. und 25.11. im Gustav, 
Herrengasse 13, statt. Anmeldung 
unter reservation@thomasbeck.li

 

18. Nov 2017 / 06:27
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