• Daniela Egger, Sabine Bockmühl, Bernd, Andrea Gerster und Loretta Federspiel-Kieber.

Vom Haben und (arm)sein

Vergangenen Donnerstag lasen drei Autorinnen, darunter zwei Liechtensteinerinnen, in der Alten Metzg in Schaan aus dem neuen Magazin «V» der Literatur Vorarlberg. Musikalisch wurde die Veranstaltung spontan von einem Gitarristen umrahmt.
Schaan. 

In der mit «Haben und Sein» betitelten Anthologie setzen sich 25 Beiträge mit dem Arm-sein aus weiblicher Perspektive auseinander. Die drei Leserinnen des Abends, Daniela Egger aus Bregenz, Loretta Federspiel-Kieber aus Mauren und Sabine Bockmühl aus Triesen, spannten den Bogen dabei bereits weit.

Flucht aus kleinbürgerlicher Eigenheim-Romantik
Egger eröffnete den Abend mit einer eingängigen Geschichte über Sein und Haben. Vom Umfeld einer Kindheit, in dem «keiner mit Freude und Leichtigkeit sein Geld verdient» habe und Nachbarn schweigend im Garten arbeiteten und jedes Jahr dicker wurden, geht es bei ihr hin zum zu gross gedachten Traum des eigenen Hauses. Die Mutter, der es darin schliesslich zu eng wird, gibt dem Text den Titel: «Nach Italien, für immer». Eines Tages hat sie es nicht mehr ausgehalten, den Druck, die Schulden des Bruders, der kleine Traum vom guten Leben, der nur sehr partiell aufgegangen war. Dann dieser Zettel auf dem Tisch.
Die Erzählerin habe daraus gelernt, «nicht einfach nach Italien abzuhauen». Trotzdem muss sie raus, etwas anderes versuchen, Leben, Sein. Sie reist und lernt, «dass ‚für immer’ genauso falsch, gross und kalt war, wie das Haus», aus dem ihre Mutter geflüchtet war. Sie will sich nicht zufrieden geben mit der Sicherheit suggerierenden Unvollkommenheit. Will beweisen, dass Geld auch mit Leichtigkeit verdient werden könne – zumindest so viel man eben zum Leben brauchte. Die Zweifel, die ihr Vater diesbezüglich stets geäussert hatte, wird sie in all den Jahren nicht ganz los. Eine Geschichte über Scheitern und Gelingen – ständig vorhandene Möglichkeiten, von denen das eine dem Anderen folgt. Bewährt habe sich dabei lediglich, «nichts davon allzu ernst zu nehmen». (tb)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Samstag, 9.12.17.

08. Dez 2017 / 16:22
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