• Eröffnungskonzert Meisterkurse Vaduz 180709
    Geigerin Barbara Doll, Bratschist Andreas Willwohl und Cellisten Rafael Rosenfeld spielten zur Eröffnung der Meisterkurse.  (Daniel Ospelt)

Meisterliches Konzert in der Pfarrkirche

Mit einem spannungsreichen Konzert wurden am Montag in der Vaduzer Kathedrale die diesjährigen Internationalen Meisterkurse eröffnet. Bereits zum 48. Mal finden sich Musizierende aus aller Welt in Liechtenstein ein, um ihr Können bei einem Meister zu optimieren.
Vaduz. 

«In Liechtenstein haben die Ferien begonnen, viele nehmen sich eine Auszeit und verreisen. Umgekehrt reisen Studierende nach Liechtenstein. Aber nicht um hier Ferien zu machen, sondern um sich weiterzubilden», meinte Musikschuldirektor Klaus Beck in seiner Begrüssung. Dieses Jahr belegen über 65 Studentinnen und Studenten die fünf Meisterkurse, neu im Angebot ist der Kurs im Fach Viola. Sämtliche Kurse sind komplett ausgebucht.

Die Sehnsucht nach einem Glück
Das Grusswort der Regierung überbrachte Johann Wucherer, Mitarbeiter des Ministeriums für Inneres, Bildung und Umwelt. Er bezog sich in seiner Ansprache auf das Geburtshaus von Johann Gabriel Rheinberger in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche und erwähnte, dass Rheinberger bereits mit sieben Jahren seinen Organistendienst in Vaduz ausübte. Zudem habe er als Lehrer und Komponist grosse Bedeutung erlangt. Auf der Suche nach einem passenden Zitat habe er zwei Sätze gefunden: Franz Schubert meinte: «Wer die Musik liebt, kann niemals ganz unglücklich sein.» Und Gabriel Rheinberger schrieb: «Der eigentliche Nerv der Musik ist die Sehnsucht nach einem Glück, das immer vor uns zurückweicht.» In diesem Sinne zeigte sich Wucherer überzeugt, dass die Meisterschüler durch die Sehnsucht nach Musik niemals ganz unglücklich werden können und wünschte allen eine inspirierende Zeit in Liechtenstein.

Ein spannungsreiches Programm
Von der Qualität der unterrichtenden Meister zeugte das anschliessende Konzert. Vom Programm her zunächst ein überraschender Mix ausAlt undNeu, von der Präsentation her eine Einheit von höchster Qualität. Da gab es keine alte und neue Musik, da gab es einfach nur gute Musik. Den prägnanten Einstieg übernahm Hannfried Lucke an der Orgel mit einem Intermezzo von Max Reger, es folgte ein Madrigal für Violine und Viola von Bohuslav Martin . Dabei spielten die Geigerin Barbara Doll und der Bratschist Andreas Willwohl perfekt zusammen. Zwei gleichwertige Solisten, deren Töne sich innig vereinen können, um dann wieder auseinanderzudriften, um sich erneut zu suchen. Auch später, bei Schuberts «Trio in B», liessen sie im Zusammenspiel mit dem Cellisten Rafael Rosenfeld Kammermusik vom Feinsten hören. Einfühlsam, zart und doch zugleich kraftvoll stimmten sie sich aufeinander ein und brachten die Musik von Schubert zum Brillieren.

Spannender Krimi in der Kirche
Wie gut diese drei zusammen musizieren, wurde vor allem bei Krzysztof Pendereckis «Streichtrio» aus dem Jahr 1990/91 klar. Die drei Streicher präsentierten mit diesem Stück in der Kirche einen Tatort-Krimi. Da wurden Spuren verfolgt und Fährten gelegt, mit Leidenschaft und Temperament reagiert, jeder lotete mit seinem Instrument die Grenzen des Spielbaren aus, wurde eckig, um dann gleich wieder unglaublich sanft zu tönen. Nahezu heiter wirkte hingegen die «Moses Fantasie» von Niccolò Paganini, bearbeitet für zwei Celli und gespielt von Rafael Rosenfeld und Moritz Huemer. Die beiden Cellisten spielten das Werk mit immenser Leichtigkeit, graziös, beschwingt und tänzerisch. Dämpfend mit seinen markanten Bässen folgte das Prélude in g-Moll von Sergej Rachmaninov, mit dem Organist Hannfried Lucke das Publikum packte, bevor für das Finale drei Stücke von Josef Gabriel Rheinberger ertönten. Abendfriede, Abendlied und die Suite für Orgel, Violine und Violoncello beendeten dieses beeindruckende Eröffnungskonzert, an dem Bariton Kurt Widmer mit den Hölderlin-Gesängen von György Kurtág eine Spur von psalmodierenden Wiegenliedern in den Abend brachte. (agr)

11. Jul 2018 / 13:44
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