• Amik Guerra vor einem Auftritt im Orchestergraben des Musical «Wicked», das derzeit in Zürich läuft. Bild: zvg

«Ich gebe immer und überall 100 Prozent»

Der Liechtensteiner Profimusiker mit kubanischen Wurzeln, Amik Guerra, hat die Gelegenheit gepackt und spielt aktuell im Orchester des Musicals «Wicked» in Zürich. Ein Weg, den er anfangs nicht unbedingt einschlagen wollte.

Der 44-jährige Amik Guerra wuchs in einer musikalischen Familie auf. «Mein Vater war ein begabter Schlagzeuger und als 9-jähriger Junge packte mich die Leidenschaft zur Gitarre», erzählt Guerra. Doch dann hatte Guerra einen Unfall und es war ihm nicht mehr möglich weiter zu spielen. «Ich studierte damals Musik und musste mich entscheiden, wie ich weitermachen soll. Ein Dozent glaubte an meine musikalischen Fähigkeiten und bot mir an, das Studium als Trompetenspieler weiter zu machen. Ohne zu zögern, nahm ich das Angebot an», so Guerra. Er hatte zum damaligen Zeitpunkt noch nie eine Trompete in den Händen gehalten. Mit 17 Jahren erlernte er das für ihn fremde Instrument. Was seine Studentenkollegen in vier Jahren erarbeitet hatten, musste Guerra in zwei Jahren durchbringen. «Das war eine harte Zeit, aber ich bin ein hartnäckiger Mensch. Durch regelmässiges Üben und fleissiges Lernen schaffte ich meinen Abschluss als Trompeter, Dirigent und Arranger in Havanna», erzählt er stolz. 


Ein Jazzmusiker vor der Musicalbühne  
Amik Guerra hat sich in Liechtenstein und über die Landesgrenze hinaus in der Musikszene einen Namen gemacht. Als 21-Jähriger reiste er von Kuba nach Italien und vor über 10 Jahren kam er nach Liechtenstein. «2011 erhielt ich die Liechtensteiner Staatsbürgerschaft. Ich fühlte mich jedoch schon seit Beginn in Liechtenstein wie zu Hause», erklärt Guerra. Öfters durfte er mit der «Big Band Liechtenstein» auf der Bühne stehen und ist regelmässig mit dem Gitarristen Roger Szedalik in verschiedenen Projekten unterwegs. «Von einem Bekannten erfuhr ich, dass für das Musical «Wicked» Musiker gesucht werden. Ich war anfangs etwas skeptisch, da ich eigentlich nie wirklich Interesse daran hatte, in diesen Bereich einzusteigen», sagt der Trompeter. Trotzdem tippte er in sein Smartphone eine Erinnerung des Castingdatums ein und bereitete sich beiläufig auf das Vorspielen vor. Die Organisatoren waren begeistert und Guerra erhielt einen Platz im 14-köpfigen Orchester.

Eintauchen in eine andere Welt 
Die Musical-Vorstellungen finden mehrmals pro Woche in Zürich statt. Es sei eine ganz andere Welt im «Gräbli» zu spielen, als selbst auf der Bühne zu stehen, erzählt Guerra. «Das Timing muss auf die Sekunde stimmen. Spielt das Orchester zu schnell, kann es die Musicaldarsteller auf der Bühne verwirren und das Chaos bricht aus.» Eine kleine Panne musste sich der Musiker während einer Aufführung eingestehen. Diese  nimmt er jedoch mit Humor. «Während des Musicals gibt es Momente, in denen ich eine Pause habe. Damit aber meine Lippen und Mundmuskeln warm bleiben, habe ich für meine Trompete einen Dämpfer. Wird dieser aufgesetzt, kann ich spielen, ohne dass ein Ton herauskommt.» Bei seinem Einsatz griff Guerra geistesabwesend und automatisch zum Dämpfer, hielt diesen vor die Trompete und die logische Konsequenz war: Es kam kein Ton. «Ich wusste in der ersten Sekunde nicht, was passiert war, reagierte jedoch sehr schnell und somit fiel es niemandem weiters auf», erzählt Guerra und muss laut lachen. Die Arbeit beim Musical in Zürich scheint ihm Freude zu bereiten, trotzt der anfänglichen Skepsis. Auf die Frage, ob er bei einem weiteren Musical-Projekt mitwirken würde, antwortet Guerra mit einem grossen Ja weil: «Durch meine Arbeit in Zürich kann ich mehr Zeit mit meiner Familie in Liechtenstein verbringen. Zusätzlich macht mir die Arbeit, bei einem Musical mitzuwirken, grossen Spass.» Das Musical «Wicked» gastiert noch bis 31. Dezember in Zürich. (nb) 

19. Dez 2017 / 14:42
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