• Misery in Schaan
    Ein spannende Duo: Katja Langenbahn und Andy Konrad.  (Tatjana Schnalzger)

«Ich bin dein Fan Nr. 1»

Am 29. November feiert das Schauspiel «Misery» nach dem Roman von Stephen King im TAKino Premiere. Regisseur Fritz Hammel feilt derweil mit den Schauspielern Katja Langenbahn und Andy Konrad an den Details.
Schaan. 

Ein junger Patient liegt im Bett eine dunkel gekleidete Frau sitzt daneben auf dem Stuhl. Aus dem Off erklingt der Satz: «Ich bin dein Fan Nr. 1.» Der Mann scheint von Albträumen gequält zu werden, er bewegt sich unruhig im Schlaf, stöhnt und sein Atem wird schneller: «Wo bin ich?», fragt er verwirrt. «Das ist mein Haus. Ich bin Annie und Krankenschwester», erwidert die Frau. Sie erzählt ihm, dass er einen Autounfall hatte und sie ihn gerettet hat. Sie hat ihn nicht nur reanimiert und seine Schulter wieder eingerenkt, sondern auch die gebrochenen Beine wieder zusammengeflickt. «Sollte ich nicht im Krankenhaus sein?», fragt der Patient verängstigt. Die Strasse sei verschneit, antwortet Annie, die den Patienten, den Bestsellerautor Paul Sheldon, mit diesem Vorwand bei sich behalten will. Sie würde sich auch hervorragend um ihm kümmern. «Schliesslich bin ich ihr Fan», sagt sie.

Fotostrecke: Misery: Schauspiel im TAKino Schaan
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«Ich könnte Sie niemals gehen lassen»
Szenenwechsel. Weinend kommt Annie Wilkes (Katja Langenbahn) im Morgenmantel ins Zimmer. «Was ist los?», fragt Paul (Andy Konrad). «Der Regen macht mich ganz trübsinnig.» «Aber nicht nur», sagt Paul. «Sie auch», ent- gegnet Annie. Zuerst habe sie nur den Teilvon ihm geliebt,der wunderbare Geschichten schrieb, doch nun würde sie auch den Rest von ihm lieben, offenbart sie ihm verzweifelt. «Wissen Sie, wie hart es für mich ist, jemanden wie Sie zu verlieren?», fragt sie. «Sie wissen, dass ich Sie niemals gehen lassen könnte- vielleicht können wir das jetzt beenden», sagt sie und zückt eine Pistole. In Todesangst versucht Paul sie zu beruhigen und vertröstet sie, das Buch so schnell wie möglich zu Ende zu schreiben.

«Spielt sie nur oder ist sie wirklich wahnsinnig?»
Zuerst scheint alles gut zu werden, doch als Annie erfährt, dass Paul die Titelheldin seiner Romane, Misery, sterben lässt, verblasst die anfängliche Hilfsbereitschaft. Sie wird mehr und mehr zur beängstigenden Psychopathin und zwingt ihn, eine Fortsetzung des Romans zu schreiben. «Da Annie sehr vielschichtig ist, ist die grosse Herausforderung, ihren komplexen Charakter authentisch darzustellen», sagt Katja Langenbahn zu ihrer Rolle. «Man weiss nie genau, spielt sie das oder ist sie wirklich wahnsinning», beschreibt es Regisseur Fritz Hammel, der das Stück nur für Langenbahn inszenierte. Doch auch die Rolle ihres Gegenspielers ist keine einfache, wie Andy Konrad erklärt: «Da ich permanent liege oder sitze, ist es nötig, vieles durch Emotionen auszudrücken anstatt mit dem Körper.» Zudem müsse man sich stark aufeinander einlassen und sich dem Gegenüber öffnen, da nur zu zweit gespielt wird. «Das ist sehr anstrengend», meint Konrad. Die Rolle könne man auch nicht einfach im Theater lassen, sondern man beschäftige sich auch nach der Probe weiter mit dem Charakter: «Die Rolle treibt dich, es ist ein Suchen und Finden», meint Katja Langenbahn. Und Andy Konrad ergänzt: «Man muss überlegen, wie viel die Person von Szene zu Szene genesen kann und wie sich der Gesundheitszustand entwickelt.»

Mit schlichter Bühne Spannung aufbauen

Regisseur Fritz Hammel, der auch international tätig ist, verlangt von den Schauspielern viele Feinheiten wie z. B. ein Fingerzeig oder ein bestimmter Blick. Dies merkt man auch an Regieanweisungen wie: «Du musst spielen, dass du hastig bist, bist es aber nicht.» Besonders durch das schlichte Bühnenbild, das aus einer Tür, einem Bett und einem Tisch besteht, sei eine gute Regie gefragt, sind sich Katja Langenbahn und Andy Konrad einig. «Während zweier Stunden stehen nur wir im Fokus», meint Konrad. Die Herausforderung sei, trotz beschränkter technischer Möglichkeiten eine Spannung aufzubauen. «Das Stück ist als Thriller geschrieben. So wird Annie auch von Szene zu Szene schlimmer», erklärt Fritz Hammel. Um mit ihrem Spiel die Fantasie der Zuschauer anzuregen, wird derzeit intensiv geprobt. «Sie ziehen super mit», freut sich Hammel. Die Premiere ist bereits ausverkauft. Tickets für die weiteren Vorstellungen sind unter www.tak.li erhältlich. (mk)

Aufführungen: 29.11. (Premiere), 13.12, 20.12., 10.1.18, jeweils 20 Uhr, im TAKino in Schaan

23. Nov 2017 / 18:13
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