• Kulturgütersammlung Balzers
    Markus Burgmeier präsentiert das Grenzschild, als es in Balzers noch einen Zoll «2. Klasse» zu Österreich gab.  (Tatjana Schnalzger)

Hornsteller und Stoff-Löschkübel

Die Balzner Kulturgütersammlung ist derzeit an acht verschiedenen Standorten untergebracht. Noch dieses Jahr werden vier davon aufgelöst und im neuen Depot in der ehemaligen Post zusammengeführt.

Ein Grossteil der 12000 Objekte umfassenden Kulturgütersammlung ist derzeit im ehemaligen Feuerwehrdepot in Balzers untergebracht. Dort wurde in die Fahrzeughalle ein zweiter Boden eingezogen, damit sich eine grössere Lagerfläche ergibt. «Die Lager müssen bestimmte klimatische Bedindungen erfüllen wie zum Beispiel trocken und dicht sein, damit keine Schädlinge reinkommen», erklärt Sammlungsverantwortlicher Markus Burgmeier bei einem Rundgang durch das Hauptdepot. Vier der momentan acht Lager würden keine idealen Bedingungen aufweisen. Vor dem Umzug in das neue Depot in der alten Post werden alle Holzgegenstände zuerst für eine Behandlung in die Stickoxidkammer des Landesmuseums gebracht, um allfällige Schädlinge wie z.B. Holzwürmer abzutöten. Es wartet also noch viel Arbeit auf die Sammlungsverantwortlichen. 

40 Jahre alte Leihgaben
In einem weiteren Schritt sollen alle Gegenstände überprüft werden, ob allenfalls mehrfach vorhandene Objekte aussortiert werden könnten. Dazu gibt es allerdings strenge Vorschriften zu beachten, die international gültig sind. Dazu zählen unter anderem folgende: Zuerst muss bewiesen werden, dass das Objekt im Eigentum der jeweiligen Sammlung ist. Auch muss das auszusondernde Objekt vollständig dokumentiert und inventarisiert sein, bevor es aus der Sammlung ausgeschieden wird. Vor einer endgültigen Vernichtung muss das Objekt zuerst anderen Sammlungen angeboten werden. Besonders der Beweis des Eigentums bringt einige Schwierigkeiten mit sich: «Wir haben viele Gegenstände vor 40 Jahren als Leihgaben bekommen. Dort kann es schwierig sein, nur schon den aktuellen rechtmässigen Eigentümer ausfindig zu machen», erzählt Burgmeier. Schon seit Längerem werden nun so viel wie möglich Leihgaben in Schenkungen umgewandelt. «Dies ist wichtig,  denn nur als Eigentümer können wir vollumfänglich über die Sachen verfügen.» 

Fotostrecke: Kulturgütersammlung Balzers
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Von Schmugglerbooten zu Ski-Biege-Apparaten
Dass manche Sachen in der Balzner Sammlung zig-fach vorhanden sind, basiert auf der früheren Sammlungstätigkeit. «Bei Hausräumungen hatte man zur Sicherheit einfach mal alles mitgenommen. Aussortieren könne man dann immer noch später», erzählt Burgmeier. Auch heute noch kommt es mehrmals im Jahr vor, dass der Gemeinde Kulturgüter angeboten werden. In solchen Fällen macht Burgmeier einen Besuch vor Ort und schaut sich die alten Stücke genauer an. «Heute schauen wir darauf, dass wir Sachen, die wir schon haben, nicht nochmals annehmen – ausser, der Gegenstand ist in einem wesentlich besseren Zustand als der bereits vorhandene oder eine geniale Geschichte steckt dahinter.» Eine solche besondere Geschichte weist das drei Meter lange Boot aus dem Bongert auf, das erst kürzlich in die Sammlung kam. «Damit sind unter anderem in den 20er Jahren Waren über den Rhein geschmuggelt worden.» Auch gibt es in der Sammlung mehrere Gegenstände, deren Funktion lange Zeit unklar war, wie zum Beispiel der Ski-Biege-Apparat von Eduard Brunhart. «Erst bei der Verbereitung zur Ausstellung zum Balzner Skiclub haben wir herausgefunden, um was es sich bei den drei grösseren Holzkonstruktionen handelt», erklärt Burgmeier. Den provisorischen Tabernakel aus Stoff erkannte Markus Burgmeier erst Jahre, nachdem er in die Sammlung kam. «Diesen entdeckte ich auf einem Foto, kurz nachdem die Kirche neu gebaut wurde.» (mk)

Solche Besonderheiten gibt es ab Mai unter dem Titel «Saha gits – Kuriositäten, Wertvolles, Alltägliches aus der Sammlung» im Alten Pfarrhof in Balzers zu sehen.

11. Mai 2018 / 09:45
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