• Rotsamtgold, Vaduz
    Felix Kieber in der Rolle des tollpatischigen Kevin rückt Chris (Martin Ottl) auf die Pelle.  (Tatjana Schnalzger)

Eine Bühne voller Stühle

Daniel Batliners neues Bühnenstück «Rotsamtgold» lädt zu Diskussionen ein. Neben Stuhl-Akrobatik serviert es eine Bandbreite an Witzen. Der Eschner Autor eröffnet mit einer ausverkauften Komödie das 15. Herbstprogramm des «Schlösslekellers».
Vaduz. 

In der Begrüssung zum 15. Herbstprogramm des «Schlösslekellers» wies Mathias Ospelt  auf Bitte des Regisseurs Thomas Beck ausdrücklich darauf hin, dass guten Gewissens an jeder Stelle gelacht werden darf. An diesem Abend brauche sich niemand um die politische Korrektheit zu sorgen.
Das schlichte Bühnenbild setzt sich aus einer Reihe von Stühlen zusammen. Die Figuren kommen nacheinander auf die Bühne, greifen sich einen Stuhl und setzen sich hin. Es dauert etwas, bis die Zuschauer verstummen. Wer an einer Szene nicht beteiligt ist, sitzt ausserhalb des Scheinwerferlichts am Rand. Jede Figur verharrt während der ganzen Vorstellung auf der Bühne. Einen klassischen Abgang gibt es nicht.

Weckruf zum 30. Geburtstag
Vater (Hanno Dreher) und Mutter (Heidi Salmhofer) können es kaum erwarten, ihren Sohn Julian (Nicolas Biedermann) zu wecken. Der Hausherr kann sich sein hämisches Grinsen kaum verkneifen: «Wir setzen dich auf die Strasse. Alles Gute zum 30. Geburtstag.» Der Langzeitstudent zieht notgedrungen bei seiner Freundin Alexandra (Lina Schneider) ein, die für ihn eine Feier auf die Beine stellt. Während die beiden auf die Gäste warten, zückt Alexandra das Telefon. 

«Warum möchtest du, dass ich dabei bin? Ich kenne Julian doch gar nicht», ruft Chris (Martin Ottl) in der nächsten Szene, auf der anderen Seite der Leitung. Er wird von Kevin (Felix Kieber) angerempelt. Es stellt sich heraus, dass beide zur selben Feier unterwegs sind. Sie sind die einzigen geladenen Gäste und verspäten sich, weil Kevin auf einen Umweg beharrt: «Hier können wir nicht durch – da ist ein Borkenkäfer.»

An der Feier dreht sich das Gespräch um Chris’ Online-Unternehmen, das getragene Damenunterwäsche verkauft. Der Name lässt einen schmunzeln: «Rot­samtgold». Julian wittert eine einmalige Chance, denn die Nachfrage scheint gross zu sein. Als Jungunternehmer möchte er seinen Eltern beweisen, dass er etwas aus sich gemacht hat. Kurzerhand werden alle Anwesenden in das Geschäft eingespannt. Während Alexandra sich nach körperlicher Zuneigung sehnt, ist ihr Freund Julian völlig auf seinen neuen Job fixiert: «Du musst mehr Unterwäsche tragen. Wie kann es sein, dass du deine Periode nicht hast?» – Solche abstrusen Dialoge, welche die Lachmuskeln strapazieren und immer noch einen draufsetzen, erleben die Zuschauer. (gk)

06. Sep 2018 / 19:50
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