• «I have a dream» singen Dr. Hoff und Schwester Nung, auch wenn die Trauminhalte verschiedener nicht sein könnten.  (ARNO OEHRI)

Doktor Hoff und Schwester Nung

Mit dem Streich «Nichts zu danken!» ist die Trilogie der beiden Liechtensteiner Slapstick-Komödianten Beck & Biedermann in seine Endphase vorgestossen. Na ch der Premiere a m Samstagabend ist das Stück noch zwei Mal im TAK in Schaan zu sehen.
Schaan. 

Im humorvoll aufbereiteten Beizettel des aktuellen Programms «Nichts zu danken!» findet sich, neben etlichen «musikalischen Wegweisern für gesundheitliche Notlagen», auch ein Zitat des tschechischen Schriftstellers und ehemaligen Präsidenten der tschechischen Republik Václav Havel: «Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.» Um die Hoffnung beziehungsweise um den Unterschied zwischen Hoffnung und Wunsch geht es ganz wesentlich in diesem herrlichen Klamauk mit Tiefgang. Während Patient 17 A (Thomas Beck) ganz ganz fest auf die Genialität des behandelnden Arztes Dr. Hoff hofft, wünscht sich Patient 17 B (Nicolas Biedermann) eigentlich mehr, durch die herzerwärmende Zuwendung der empathischen Schwester Nung vom komplett eingegipsten Krankenstand in eine lebenswertere Zukunft zu gelangen. Über diese, wie auch über etliche andere weltanschauliche und persönliche Differenzen, kriegen sich die beiden Protagonisten auch in dieser Komödie wieder vielfach in die Haare.

Drei Teile, ein grosser Spass
Es ist überhaupt nicht zwingend nötig, dass man die ersten beiden Teile der Trilogie gesehen hat, den Spass erhöhen tut es aber allemal, wenn man die vorangegangenen Teile noch in Erinnerung hat. Beck & Biedermann schöpfen wieder aus dem Vollen und erlauben sich so manchen «Flashback», sei es nun in verbalen Anspielungen oder aber in manchmal auch nur kurz eingespielten Gesangseinlagen. Man denke nur an das tränentreibende, zweistimmig gesungene «Je ne regrette rien». Das ist aber, wie gesagt, auch ohne Vorkenntnisse sehr lustig und wenn sich Beck & Biedermann einen Ausflug in völlig handlungsbefreite Gefielde erlauben, wie bei der Yogaszene, dann ist auch das einfach zum Brüllen komisch. Soviel Klamauk darf sein. Die wahre Qualität des sehr sympathisch rüberkommenden Stückes aber ist die den Klamauk kontrastierende, philosophische Ernsthaftigkeit, die eben immer wieder aus diesen beiden durchaus klischeeüberzeichneten Figuren durchschimmert. Es stehen sich zwei grundverschiedene Vorgehensweisen der Weltaneignung gegenüber. Das kann man auf vielen verschiedenen Ebenen andeuten und so eben Substanz und Tiefe erzeugen, was den beiden Schauspielern und damit eben den beiden Protagonisten auf sehr berührende Art gelingt. Und so geht man aus dem Stück mit dem befriedigenden Gefühl, mit diesem dritten Teil tatsächlich den Höhepunkt der Trilogie erlebt zu haben. (aoe)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Montag, 16.4.2018.
16. Apr 2018 / 09:34
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