• Die Trachtengruppe Triesenberg feierte heute gebührend ihr 50-jähriges Bestehen.  (Klaus Schaedler)

«Tradition originalgetreu erhalten»

Am Sonntag feierte die Trachtengruppe Triesenberg im Dorfsaal ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem Festanlass. Nachwuchssorgen kennt der Verein mit 15 Mitgliedern und einer aktiven Kindertanzgruppe keine.
Triesenberg. 

Mit 15 Mitgliedern und einer aktiven Kindertanzgruppe kann sich die Trachtengruppe Triesenberg nicht über Nachwuchsprobleme beklagen. «Bei uns ist die Jugend sehr gut eingebunden», gibt Vereinspräsident Gottlieb Schädler auf Anfrage bekannt. Erst vor Kurzem wurde gemeinsam mit den Schellenberger Trachten wieder eine Erwachsenentanzgruppe ins Leben gerufen. Die Trachtengruppe der Waslergemeinde ist also auf einem guten Weg.

Fotostrecke: 50 Jahre Trachtengruppe Triesenberg
50 Jahre Trachtengruppe Triesenberg
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50 Jahre Trachtengruppe Triesenberg
50 Jahre Trachtengruppe Triesenberg
50 Jahre Trachtengruppe Triesenberg

Am Sonntag wurde mit einem Festanlass das 50-jährige Vereinsbestehen gefeiert. Josef Eberle, langjähriges Mitglied der Brauchtumszeitschrift «Eintracht», hat sich mit der Geschichte der Trachtengruppe befasst und präsentierte diese in Triesenberg.

Pfarrer Bucher als Impulsgeber

Bereits vor der offiziellen Gründung der Triesenberger Trachtenvereinigung 1967 formierte sich elf Jahre davor, 1956, eine Gruppe anlässlich der Festlichkeiten zu «150 Jahre Souveränität Fürstentum Liechtenstein». «Der damalige Ortspfarrer Engelbert Bucher hat den Anstoss gegeben, im Vorfeld des Festanlasses für Trachtenmädchen zu werben», erzählt Josef Eberle. Dies führte dazu, dass vier junge Frauen eine Tracht erwarben und beim Festumzug in Vaduz mitwirkten. Im gleichen Jahr kamen zwölf weitere Frauen dazu, die sich eine Tracht anschafften. «Somit war bereits der erste Auftritt der Trachtenträgerinnen ein grosser Erfolg.» Bei der Vereinsgründung im März 1967 zählte die Trachtengruppe 27 Mitglieder. Präsidentin war Philomena Frommelt-Gassner. Innerhalb des neuen Vereins wurde eine Volkstanzgruppe gegründet, deren erste Probe noch im selben Monat stattfand. Der erste öffentliche Auftritt fand am 28. Juli 1967 bei einem volkstümlichen Heimatabend in Vaduz statt. «Sieben Paare der Trachtengruppe tanzten drei Volkstänze und ernteten viel Beifall», so Eberle. Im Oktober des- selben Jahres führte der Trachtenverein ihren ersten Heimatabend im Triesenberger Saal durch, bei dem zahlreiche Gäste der internationalen Vereinigung für Walsertum anreisten.

Einführung einer eigenen Walsertracht

Als Höhepunkt der 50-jährigen Vereinsgeschichte sieht Josef Eberle die Neukonzeption der Frauentracht sowie die Einführung einer Vereinsfahne im Jahr 1991. Die erste Frauentracht in den 50ern hat sich aus Elementen der Landestracht zusammengesetzt, doch schon früh hätte die Diskussion stattgefunden, sich von der Landestracht mit einer Walsertracht abzuheben, erzählt Eberle. Daraufhin hat Trachten- freund Adulf Peter Goop Karl Ilg beauftragt, eine neue Tracht zu kreieren. Dieser orientierte sich an den Trachten im Grossen Walsertal mit den typischen Miederlatz-Stickereien. Während die Frauen zuerst noch ohne Kopfbedeckung auftraten, kam mit der neuen Tracht 1991 die «Chappa» dazu. Dieser Hut mit schmuckem Aufputz und Band wurde früher in Triesenberg von den verheirateten Frauen getragen und diente als historisches Vorbild für die Trachten-«Chappa». «Die Gestaltung der Männertracht war wesentlich einfacher als die der Frauentracht», erzählt Eberle. Schon bei der Hochzeit des Erbprinzenpaares 1967 trugen die Männer Einheitskleidung mit schwarzer Hose und weissem Hemd sowie einem grünen Hut. Ein Jahr später bekamen elf Männer die bis heute verwendete Tracht von Schneidermeister Engelbert Ott. Diese besteht aus einer schwarzen Kniehose, weissen Kniestrümpfen, einem weissen Hemd mit ockerfarbigem Brusttuch und roter Krawattenmasche, einem dunkelgrünen Janker und einem schwarzen Filzhut.

Neues Leitbild regelt Details der Trachten
Für die Zukunft hat die Triesenberger Trachtengruppe ein Leitbild erstellt, das alle Details der Trachten regelt. «Es geht darum, Bestehendes originalgetreu zu erhalten», so Eberle. «Mädchentracht mit Krönlein. Knabentracht identisch mit der Männertracht.» Die Kinder sind es auch, die dafür sorgen, dass das Brauchtum weitergelebt wird. «Wenn die Trachtengruppe Zukunft haben will, ist es gut, die Kinder zu begeistern. Und das gelingt uns im Moment sehr gut», sagt Eberle abschliessend. (mk)

01. Okt 2017 / 14:30
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