• Einstimmiges Nein vom Plankner Gemeinderat
    Das Rechenmacherhaus in Planken einmal anders erlebt – das soll die LIstory-App möglich machen. Für ein spezielles 3D-Erlebnis möchte Planken allerdings keine 20 000 Franken ausgeben.  (sdb)

Einstimmiges Nein vom Plankner Gemeinderat

Nach der abgelehnten Hängebrücke und dem gescheiterten Spendenprojekt «Lebenschance» soll nun die App «LIstory» zu einem gelungenen Jubiläumsjahr beitragen. Alleine dieses digitale Erlebnis soll jede Gemeinde 20 000 Franken kosten. Planken lehnt ab.
Planken. 

«Mit einer Trotzreaktion hat dieser Entscheid nichts zu tun», stellt der Plankner Vorsteher Rainer Beck klar. Allerdings ist dies angesichts der emotionsgeladenen Diskussionen rund um die Feierlichkeiten nicht von der Hand zu weisen. Denn einst waren die Gemeinden gescheitert, mit einer Hängebrücke ein eigenes Projekt für dieses grosse Jubiläum auf die Beine zu stellen. Vor allem in Planken sass diese Enttäuschung tief, setzte sich die Gemeinde doch motiviert für diese Hängebrücke und den damit verbundenen Jubiläumsweg ein. 
Die Idee eines solchen Weges zum 300. Geburtstag des Landes Liechtenstein war somit eigentlich schon mit der geplanten Hängebrücke zwischen Nendeln und Planken geboren. Die Stimmberechtigten in den Gemeinden Balzers und Vaduz sagten allerdings Nein zu dieser Brücke – und somit war die emotionsgeladen diskutierte Hängebrücke vom Tisch. Nicht aber der Jubiläumsweg: Liechtenstein Marketing als Beauftragte der Regierung für die Jubiläumsfeierlichkeiten hat die Idee eines Jubiläumsweges durch alle Gemeinden Liechtensteins aufgenommen. Finanziell will das Land den Organisatoren mit zwei Millionen Franken unter die Arme greifen – dazu hat sich der Landtag im September vergangenen Jahres mit grosser Mehrheit entschieden. Nun bittet Liechtenstein Marketing die Gemeinden um eine weitere finanzielle Spritze: Mit jeweils 20 000 Franken sollen sich von Balzers bis Ruggell alle Gemeinden des Landes an dem geplanten digitalen Erlebnisformat «LIstory» – eine App mit Augmented-Reality-Inhalten – beteiligen. Sind alle elf Gemeinden als Geldgeber an Bord, sind es weitere 220 000 Franken, die Liechtenstein Marketing für die Feierlichkeiten zur Verfügung stehen. Allerdings sind nicht alle an Bord: Der Plankner Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, diese finanzielle Unterstützung abzulehnen. 


Ja zu 400 Franken für die Signalisation
«Die Hängebrücke hätte uns rund 13 000 Franken gekostet», sagt der Plankner Vorsteher Rainer Beck. Die finanzielle Beteiligung für das zweite Projekt mit dem Titel «Lebenschance» wäre noch tiefer ausgefallen. «Und nun soll Planken 20 000 Franken beisteuern?» Nicht nur für Rainer Beck – gleich für den gesamten Gemeinderat ist diese Summe entschieden zu hoch. «Zumal der Landtag bereits zwei Millionen Franken für die Feierlichkeiten gesprochen hat», so Rainer Beck. Querstellen wolle sich die Gemeinde natürlich nicht – entsprechend habe der Gemeinderat die finanzielle Unterstützung in Höhe von 400 Franken für die Signalisation des Jubiläumsweges genehmigt. Und – nichtsdestotrotz – wird Planken ohnehin digital erlebbar sein. An den Standorten Dorfeingang, Rechenmacherhaus, Kapelle St. Josef, Dreischwesternhaus und beim Aussichtspunkt Sarojaplatz sollen die Themen Schwabenkrieg 1499, Kleingewerbe/Handwerk, Bevölkerung und die direkte Demokratie und Reichsfürstentum 1719 vorgestellt werden. Um die historischen Orte und Erlebnisse digital erlebnisorientiert aufzuzeigen und darzustellen, wird eine App mit Augmented-Reality-Inhalten umgesetzt. Das i-Tüpfelchen dabei sollte in Planken das Rechenmacherhaus werden: Die Organisatoren haben für das Haus eine  sogenannte Gold-POI vorgesehen, also ein Ort, an dem das digitale Erlebnis noch intensiver ist, indem der Nutzer ein 3D-Modell des Rechenmacherhauses als halbtransparente Erscheinung sieht. Planken will darauf allerdings verzichten. 

«Umsetzung fällt nun einfacher aus»
«Wie die Umsetzung in Planken nach diesem Nein nun aussehen wird, müssen wir neu überprüfen», sagt Joël Grandchamp, Mediensprecher von Liechtenstein Marketing. Die Umsetzung werde aber auf jeden Fall deutlich einfacher ausfallen als in Gemeinden, die sich für eine zusätzliche Unterstützung entscheiden. «Wir hätten uns gewünscht, dass sich alle Gemeinden an der LIstory-App beteiligen. Aber es steht jeder Gemeinde selbstverständlich frei, sich dafür oder dagegen zu entscheiden», so Grandchamp. «Wir haben den Gemeinden in den Vorgesprächen versprochen, dass es für jede Gemeinde eine Augmented-Reality-Umsetzung geben wird und das werden wir auch einhalten.» Wie Mediensprecher Joël Grandchamp sagt, habe die Idee der LIstory-App bisher viele positive Rückmeldungen erhalten. «Mit den Gemeinden sind wir in regelmässigem Austausch und haben mündlich von ihnen meist positive Rückmeldungen erhalten.» Drei Gemeinden hätten ihre Beteiligung bereits zugesagt. Allen anderen bleibt noch bis zum 30. Juli Zeit, ihre Rückmeldung zu einer möglichen Finanzierung zu geben. (bfs)

10. Jul 2018 / 06:00
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