• Die Biberfall im Naturschutzgebiet Äulehäg in Balzers.

Weitere Biberfalle in Balzers

In Balzers wurde eine weitere Biberfalle entdeckt. Im Naturschutzgebiet Äulehäg soll das Nagetier ebenfalls entfernt werden – obwohl eine Verordnung dies verbietet.
Balzers. 

Das 2,77 Hektar grosse Naturschutzgebiet Äulehäg befindet sich westlich im Balzner Riet. Die Verordnung dazu stammt aus dem Jahr 1966. Der Hauptzweck des kleinen Naturschutzgebietes dient der Vogelwelt. Nun hat sich zu den schützenswerten Vögeln der Biber dazu gesellt. Eigentlich kein Problem – im Gegenteil, er wertet das Naturschutzgebiet zusätzlich auf. Trotzdem wurde eine Biberfalle aufgestellt. Monika Gstöhl von der Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) hat sie vergangenes Wochenende entdeckt. «Ich konnte es nicht glauben. Gerade auch, weil es sich um ein Naturschutzgebiet handelt», sagt sie gegenüber dem «Vaterland».

Denn laut der Verordnung zum Äulehäg ist es «insbesonders verboten, die Jagd auszuüben und allgemein die freilebenden Tiere zu stören, zu fangen, zu töten und ihre Bauten sowie die natürlichen und künstlich angebrachten Brutstätten zu beschädigen und zu zerstören.» Aus welchen Gründen die Falle trotzdem aufgestellt wurde, konnte das Amt für Umwelt gestern aus Zeitgründen nicht beantworten.

Monika Gstöhl sieht das Vorgehen kritisch – auch sie wartet noch auf eine Antwort vom Amt, auf welcher Rechtsgrundlage die Falle aufgestellt werden konnte. «Ich sehe hier kein übergeordnetes Öffentliches Interesse, welches das Töten des Bibers rechtfertigt.» Auch untergrabe er den Schutzzweck des Naturschutzgebiets auf keinste Weise. In der Schweiz dürfe er beispielsweise nur «vergrämt» werden, wenn der Zweck des Naturschutzgebietes gefährdet ist.

Auch der Ornithologische Verein Balzers, der die Aufsicht des Naturschutzgebietes inne hat, hat schriftlich beim Amt für Umwelt interveniert. Das Schreiben sei aus kommunikationstechnischen Gründen verfasst worden. «Denn wir wurden über die Fallen nicht informiert», so Wilfried Vogt vom OV Balzers. Auch habe man dem Amt für Umwelt nahegelegt, den Dialog mit der Bevölkerung zu optimieren. (manu)

20. Mär 2017 / 19:34
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