«Volkszählung wird schlanker»
Vaduz. - Am 1. Januar 2009 trat das neue Statistikgesetz in Kraft. Die damit verbundenen Neuerungen trugen unter anderem dazu bei, dass die Abteilung Statistik aus dem Amt für Volkswirtschaft ausgegliedert wurde. Seither agiert das Amt für Statistik als selbstständige und fachlich unabhängige Instanz. Mit der diesjährigen Volkszählung steht die erste Bewährungsprobe bevor. «Die Vorbereitungen für die Volkszählung kommen gut voran. Die Regierung hat den Fragebogen und das Detailkonzept genehmigt», sagt Wilfried Oehry, Leiter des Amts für Statistik.
Wichtiges Instrument
Die Volkszählung ist die wichtigste statistische Erhebung in Liechtenstein. Mit ihrer Hilfe können bedeutsame Informationen zur Bevölkerung wie zum Beispiel Ausbildung, Sprachen und Nutzung der Verkehrsmittel eruiert werden. «Diese Informationen sind eine wichtige Grundlage für Landtag, Regierung und Gemeinden, um sachlich fundierte Entscheidungen treffen zu können», führt Wilfried Oehry aus. Ausserdem kann durch die regelmässige Durchführung die Entwicklung Liechtensteins beobachtet werden. Da Volkszählungen in allen europäischen Ländern durchgeführt werden, können die Ergebnisse als Grundlage für einen Vergleich herangezogen werden.
Wesentliche Erleichterungen
Mit der diesjährigen Volkszählung kommt das neue System nach Schweizer Vorbild zum Einsatz. Dies zeichnet sich durch eine Kombination von Befragung und Registerauswertung aus. Durch das neue System könne die Bevölkerung wesentlich entlastet werden, wie Oehry erklärt. Mussten bei der letzten Erhebung noch drei Fragebögen ausgefüllt werden, wird der liechtensteinischen Bevölkerung dieses Mal nur ein Bogen zugeschickt. Die anderen zwei, der Haushalts- und der Gebäudefragebogen, fallen weg. Diese Daten werden neu durch eine Registerauswertung erhoben. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Hochbauamt arbeite das Amt für Statistik momentan am Aufbau eines Gebäude- und Wohnungsregisters, führt Oehry aus. In einigen Gemeinden sei der Aufbau der Register bereits abgeschlossen und der Gebäude- und Wohnungsbestand aktualisiert.
Vollerhebung
Mitte Dezember 2010 startet die grosse Volkszählung. Alle Einwohner erhalten dann per Post den vierseitigen Personenfragebogen. Neben dem altbewährten Postweg kann der Bogen auch im Internet ausgefüllt werden. Dieser Fragebogen orientiert sich an dem der Schweiz, damit die Ergebnisse möglichst gut vergleichbar sind. In der Schweiz wird jeweils eine Stichprobe gezogen und somit nur ein Teil der Bevölkerung befragt. Diese Möglichkeit fällt für Liechtenstein weg. Hier wird eine Vollerhebung, also die Befragung der ganzen Bevölkerung durchgeführt. Aufgrund der Kleinheit des Landes wäre eine Teilerhebung zu wenig aussagekräftig, insbesondere für die Gemeinden.
«Die Volkszählung wird nicht nur schlanker, sondern auch regelmässiger stattfinden. Neu wird sie alle fünf Jahre durchgeführt», erläutert Wilfried Oehry. Dieses Vorgehen gewährleistet, dass immer aktuelle Daten vorhanden sind und wichtige Entscheidungen auf Landes- und Gemeindeebene nicht mehr aufgrund alter Daten erfolgen müssen.
Datenschutz gewährleistet
Die Volkszählung steht und fällt mit der Teilnahme der Bevölkerung. Nur wenn alle mitmachen, können aussagekräftige Informationen publiziert werden. Auf sensible Fragen sei deswegen bewusst verzichtet worden, sagt Amtsleiter Wilfried Oehry. Der vierseitige Fragebogen enthält Fragen zu den verschiedensten Lebensthemen wie Religion, Wohnverhältnisse und berufliche Stellung. Oehry betont zudem, dass der Datenschutz gewährleistet sei und die Ergebnisse nur zur statistischen Zwecken verwendet werden.
Fülle an Informationen
Obwohl die Befragung weniger umfangreich ist, wird die Volkszählung 2010 ähnlich viele Informationen liefern wie diejenige von 2000. Damals wurden sieben Publikationen veröffentlich, in denen die Daten der Volkszählung ausgewertet wurden. Gemäss Amtsleiter Wilfried Oehry können die ersten Resultate durch die verschiedenen Neuerungen auch wesentlich früher publiziert werden. (nob)















