Politik

In Liechtensteins Asylbewerberheim wird es enger

Der Zustrom von Asylbewerbern aus dem Nordosten von Afrika hält weiter an. Behörden und Hilfsorganisationen sind auf den unterschiedlichsten Ebenen intensiv gefordert. Die Lage haben sie aber nach wie vor im Griff.

Zwischen dem vergangenen Freitag und vorgestern sind neun weitere Flüchtlinge in Liechtenstein eingetroffen. Sieben Somalier und zwei Eritreer haben um Asyl angesucht. Damit sind im Vaduzer Aufnahmezentrum derzeit 83 Personen untergebracht, was das Gebäude langsam aber sicher an gewisse Kapazitätsgrenzen stossen lässt. «Wir beobachten die Entwicklung und haben bereits Gespräche mit dem Ressort Inneres geführt», sagt der stellvertretende Leiter des Ausländer- und Passamts, Markus Diethelm, auf Anfrage. Es gebe auch einen Plan B, zu dem er öffentlich allerdings noch nichts sagen könne. Zu Zeiten der Balkankrise Ende der 90er-Jahre, als sich über 300 Asylanten in Liechtenstein aufhielten, sei es aber auch gelungen, die Situation mit den Mitteln der Flüchtlingshilfe zu bewältigen. Eine Möglichkeit sei damals zum Beispiel gewesen, die Asylbewerber kurzfristig in Zivilschutzräumen unterzubringen. Eine Dauerlösung ist dies allerdings nicht. «Ausserdem sollte ein Verfahren nicht mehr als sechs Monate dauern», so Diethelm.

13 tauchen vor Rückführung unter

Der Kälteeinbruch vom Anfang der laufenden Woche fordert überdies die Flüchtlingshilfe und das Liechtensteinische Rote Kreuz, die für die Betreuung der Asylbewerber zuständig sind. Problematisch sei die Lage aber auch hier nicht. «Wir verfügen in Liechtenstein sicherlich über genügend Infrastruktur», sagt Diethelm. Inzwischen haben die Behörden in 25 Fällen auf ein Nichteintreten auf Asylgesuche entschieden. Die Betroffenen können in einem solchen Fall aufgrund von Rückübernahmeabkommen in diejenigen Staaten überstellt werden, in denen sie bereits registriert sind. Von diesen 25 Asylbewerbern seien allerdings vor der Rückführung 13 untergetaucht. Um dies zu verhindern, mache der Staat inzwischen von der Möglichkeit Gebrauch, die Bewerber vor der Überstellung maximal 48 Stunden polizeilich festzuhalten.
Die Ermittlungen gegen die hinter dem Asylantenzustrom vermuteten Schlepper sind indes weiter im Gange, wie Markus Diethelm versichert. Gezeigt habe sich bisher auf jeden Fall, dass sich ein Grossteil der Asylbewerber im Rahmen seiner Flucht einmal auf der italienischen Insel Lampedusa aufgehalten hat. Die dort Angekommen verstreuen sich in der Folge über ganz Europa – und kommen demzufolge auch nach Liechtenstein. (LVA, Heribert Beck)

14.10.2009 / 07:33 / lv
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