Sport

Vaduz zu schwach für einen Sieg in Wil (1:1)

Vaduz verpasst einen Sieg in Wil. Bild Archiv
Vaduz verpasst einen Sieg in Wil. Bild Archiv
1:1-Unentschieden trennten sich im Nachtragsspiel der FC Wil und der FC Vaduz im Bergholz Stadion. Dank einem Penaltytreffer durch Proschwitz (67.) konnte eine Niederlage vermieden werden.
Fussball. – Trotzdem: So wirds nichts mit dem Wiederaufstieg für den FC Vaduz. Die 620 Zuschauer sahen ein schwaches Spiel. Dies alles auf den gefrorenen Boden zu wälzen, wäre falsch. Beim FC Vaduz passte schlicht und einfach vieles nicht zusammen und nur mit hohen weiten Bällen zu agieren, von denen nur ein kleiner Bruchteil auch ankommt, kann kein Erfolgsrezept sein. Gnädig zeigte sich Schiedsrichter Jaccoet: Er ahndete ein Foul am eingewechselten Büchel, wodurch Proschwitz seinen 17. Treffer im 18. Spiel für Vaduz erzielen könnte. Die Situation war umstritten – jeder Schiedsrichter hätte diesen Penalty nicht gepfiffen. «Er hat mich erwischt. Das war keine Schwalbe», erklärte Büchel nach der Partie. 
 
Heimschwaches Wil
 
Der FC Wil wartet damit weiterhin seit dem 8. November (1:0 gegen Le Mont) auf einen Heimsieg und unterstrich damit seine Heimschwäche. Wenn man weiter zurückblickt muss man gar bis zum 14. September (4:0 gegen Gossau) blättern um einen weiteren Heimsieg zu finden. Gestern waren die Wiler lange Zeit auf Siegeskurs. Die Ostschweizer waren bissig und kämpferisch gut eingestellt. Einige Male brannte es im Vaduzer Strafraum lichterloh. Doch richtig Zählbares schaute auch auf Wiler Sicht lange Zeit nicht heraus. Bis zur Szene in der 41. Minute, die wegen ihrer Klasse irgendwie gar nicht in dieses Spiel passte. Mario Schönenberger spedierte hierbei mit der Hacke den Ball geschickt zum in den Strafraum rennenden Cavusevic, der damit freistehend vor Deana nicht lange zögerte und zum 1:0 einschoss. Vaduz hatte bis zum Pausenpfiff gerade mal eine bessere Torchance. Nach 30 Minuten tankte sich Bader an zwei Gegenspielern vorbei und schickte Proschwitz steil. Dieser kam den berühmten Schritt zu spät. 
 
Endspurt mit Lattenschuss
 
Nach der Pause das gleiche Bild im eiskalten Bergholz mit einer Ausnahme. In der 55. Minute brachte einer von den etlichen hohen Bällen Gefahr. Koitka brachte das Kunststück aber fertig dem Torhüter den Ball aus nächster Nähe in die Hände zu spielen. Vermutlich war er selber überrascht, dass die Taktik «mit hohen Bällen agieren» für einmal aufging. Hätte man gestern die Treffer nach Reklamieren und Herumschreien vergeben, wäre die Partie im übrigen etwa 5:5 ausgegangen. Das Schiedsrichter-Trio steuerte seinen Teil dazu bei, indem sie doch das eine oder andere Mal gehörig danebenlagen mit ihren Entscheidungen. So vielleicht auch in der 85. Minute als die Wiler einen weiteren Treffer erzielten, der aber wegen Abseits nicht zählte. Die Situation war hierbei zumindest umstritten und knapp. Vaduz hatte in der letzten Viertelstunde des Spiels trotz dieses Abseitstor seine beste Phase. Der eingewechselte Etemi, der erstmals in einem Meisterschaftspiel zum Einsatz kam, hätte den Vaduzern unverdientermassen die drei Punkte sichern können. Er knallte einen Ball aus kurzer Distanz an die Latte. 
 
Kein Kommentar
 
Sicher nicht zufrieden waren die beiden Trainer Ryszard Komornicki und Pierre Littbarski. Letzter verschwand sehr schnell im Stadioninnern und war gegen Ende der Partie an der Seitenlinie ständig am fluchen und die Hände verwerfen. Komornicki reagierte auf eine Interviewfrage gehässig: «Nein! Heute nicht». Littbarski nahm dafür später Stellung: «Die erste Halbzeit haben wir verschlafen. Ich habe dabei auch die richtige Einstellung von meinem Team vermisst». Weiters meinte Littbarski: «Aufgrund der Chancen in der zweiten Halbzeit vor allem mit dem Lattenschuss haben wir hier zwei Punkte verloren». 
 
Telegramm
 
Stadion Bergholz, Wil. Schiedsrichter: Adrien Jaccotet assistiert von Sandro Pozzi und Pierre Sanglier. Zuschauer: 620
 
Wil: Taini; Haziri, Matic, Sarr, Huber; Lezcano, Muslim, Schönenberger, Rodriguez (88. Gsell); Cavusevic, Blumer (74. Kim).
 
Vaduz: Deana, Rechsteiner (46. Ritzberger), Stuckmann, Steil, Stegmayer; Cerrone, Bader, Akdemir (60. Büchel), Kempe (80. Etemi); Koitka, Proschwitz
 
Tore: 1:0 41. Cavusevic, 1:1 67. Proschwitz (P.), 
 
Bemerkungen: Vaduz ohne Bellon, Jehle, Löppert, Noll (verletzt) sowie Burgmeier (gesperrt) und Christen und Akyer (nicht im Aufgebot). Wil one Madry, Kaiser (verletzt) sowie Maag und Bellon (nicht im Aufgebot). Verwarnungen gegen Cerrone (13.), Lezcano (25.), Ritzberger (65.), Matic (76.), Steil (77.), Sarr (90.). Lattenschuss Etemi (85.). 
 
 
10.3.2010 / 22:32 / lv
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