Die märchenhafte Rückkehr des Roger Federer

Richtig weg war Roger Federer nie. Und doch ist das Jahr 2017 wie eine Auferstehung des Ausnahmekönners. Mit dem siebten Award als Sportler des Jahres wird sein Comeback würdig belohnt.
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Er werde noch die Sports Awards verfolgen, sagte Roger Federer seinen Kindern, bevor er sie ins Bett brachte, denn er habe Chancen zu gewinnen. Das war für seine Kids nicht ganz verständlich. "Rafael Nadal sei doch die Nummer 1 der Welt. Wie ich denn gewinnen könne, haben sie mich gefragt", erzählte Federer in der Live-Einschaltung aus Dubai mit einem Schmunzeln.

Federer, der sich im Nahen Osten auf die neue Saison vorbereitet, sorgte damit für den Spruch des Abends. Für das internationale Tennis mag die Aussage seiner Kinder stimmen, bei der Wahl des Schweizer Sportlers war der 36-jährige Basler aber als Favorit angetreten. Und souverän räumte die Weltnummer 2 zum ersten Mal seit 2014 den Pokal wieder ab.

Besser als vor der Verletzung

Um die Saison von Federer angemessen zu würdigen, muss man auf 2016 zurückblicken. Von einer Knieverletzung gebeutelt hatte er nur sieben Turniere bestreiten können. Er war erstmals seit 16 Jahren ohne Titel geblieben und hatte die Saison nach Wimbledon vorzeitig beenden müssen. In der Weltrangliste fiel er bis auf Platz 17 zurück.

Und dann kehrte Federer auf die Tour zurück, nicht so, als wäre nichts gewesen, sondern besser als vor der Verletzung. Er tastete sich im Januar beim Hopman Cup zusammen mit Belinda Bencic ans höchste Niveau heran, nahm beim Australian Open in den ersten beiden Runden zögerlich Anlauf, um schliesslich Tomas Berdych, Kei Nishikori, Mischa Zverev, Stan Wawrinka und Rafael Nadal aus dem Weg zu Räumen und seinen 18. Grand-Slam-Titel zu feiern - viereinhalb Jahre nach dem letzten.

Rekord in Wimbledon

Bis zur Sandsaison, die er komplett ausliess, gewann Federer neben dem Australian Open auch die beiden Masters-1000-Turniere in Indian Wells und Miami. Als er Anfang Juli nach Wimbledon reiste, hatte er nur zwei Niederlagen kassiert. In der Favoritenrolle marschierte er als erster Spieler seit Björn Borg 1976 ohne Satzverlust durch das wichtigste Turniers des Tennisjahres und krönte sich mit dem achten Titel zum alleinigen Rekordsieger.

Nachdem er wegen Rückenbeschwerden am US Open nicht seine besten Leistungen hatte abrufen können und im Viertelfinal gescheitert war, erhöhte Federer in Schanghai und Basel seine Turnierausbeute 2017 auf sieben Titel. Mehr Trophäen hat er letztmals vor zehn Jahren geholt. Und zwei Grand-Slam-Turniere in einem Jahr gewann er letztmals 2009. (sda)

11. Dez 2017 / 04:05
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