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Geburtenabteilung verschwindet im April

Das Ende der Geburtsabteilung am Liechtensteiner Landesspital ist besiegelt. Nachdem die drei Belegärzte der Gynäkologie per Frühjahr gekündigt haben, ist es dem Landesspital nicht gelungen, eine überzeugende Lösung zu finden. Neben den finanziellen Überlegungen gab insbesondere auch der schwierige Arbeitsmarkt den Ausschlag.

Vaduz. - Die Regierung hat den Antrag des Liechtensteinischen Landespitals genehmigt, die Geburtshilfe am Landesspital ab April nicht mehr anzubieten. Dieser Entscheid fiel nach einer intensiven Analyse verschiedener Szenarien, die Stiftungsrat und Spitalleitung aufgrund des Rückzugs der Gynäkologen am Landesspital erarbeitet und der Regierung vorgelegt haben, wie die Regierung an einer Medienkonferenz bekannt gab. Der Stiftungsrat gelangte zur Erkenntnis, dass die Geburtshilfe nach dem Rückzug der Belegärzte Gynäkologie und Geburtshilfe nicht mehr angeboten werden kann. «Die Regierung bedauert die Schliessung der Geburtenabteilung an unserem Spital sehr», erklärte Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini.

Überraschende Wende

Noch im Herbst 2012 hatte die Regierung die Neukonzeption des Landesspitals vorgestellt, welche auch die Geburtshilfe vorsah. Zu diesem Zeitpunkt ging man von der bestehenden Situation hinsichtlich der ärztlichen Versorgung aus. Nachdem alle Belegärzte im Bereich der Geburtshilfe ihre Verträge mit dem Landesspital gleichzeitig gekündigt hatten, habe sich aber eine neue Ausgangslage ergeben. Die Ärzte haben das Landesspital zwar frühzeitig informiert, so dass sich Stiftungsrat und Spitalleitung intensiv mit den Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung der Geburtshilfe auseinandersetzen und entsprechende Szenarien entwickeln konnten. Dennoch konnte keine zufriedenstellende Lösung für die Weiterführung der Geburtshilfe gefunden werden.

Für den Erhalt eingesetzt

Stiftungsrat und Spitalleitung standen stets hinter der Geburtshilfe und haben sich in den letzten Monaten intensiv mit möglichen Szenarien auseinandergesetzt. «Der Erhalt der Geburtshilfe war für uns wie auch für die Politik stets ein grosses Anliegen. Es ist uns bewusst, dass dies auch eine emotionale Frage für viele Bürgerinnen und Bürger in unserem Land ist», erklärte Stiftungsratspräsident Michael Ritter anlässlich der Medienorientierung. In der Eignerstrategie wird das LLS verpflichtet, die Qualität seiner Leistungen gemäss einer überregional anerkannten Systematik zu erbringen. Die Einhaltung dieser Qualitätskriterien wäre nur mit einem starken Ausbau der personellen Ressourcen möglich gewesen. Selbst wenn die dafür benötigten Mittel in Millionenhöhe von den politisch Verantwortlichen gesprochen würden, könnte das notwendige Personal gar nicht oder nicht innerhalb nützlicher Frist rekrutiert werden. Dabei geht es nicht nur um Fachärzte im Bereich der Geburtshilfe, sondern auch um qualifiziertes Personal in den Bereichen OP-Pflege und Anästhesie, das rund um die Uhr verfügbar sein müsste. Ritter und Pedrazzini betonten, dass die Sicherheit von Mutter und Kind an erster Stelle stünde und dass es daher nicht verantwortbar wäre, die Qualitätsvorgaben nicht zu erfüllen.

Sechs Hebammen betroffen

Spitaldirektor Derungs sprach den Mitarbeitenden der Station, welche sich sehr stark für das Landespital eingesetzt haben und wesentlich zum guten Ruf der Geburtenabteilung beigetragen haben, seinen besonderen Dank aus. Er bedauerte umso mehr, dass der Entscheid, die Geburtenabteilung einzustellen personelle Konsequenzen am Landesspital haben wird. Der Stiftungsrat habe den Mitarbeitenden im Bereich der Geburtshilfe bereits im vergangenen Jahr noch unabhängig von einem allfälligen Entscheid zugesichert, die Löhne bis zum Sommer 2014 zu gewährleisten. Gemäss Derungs handle es sich um sechs Hebammen, die direkt betroffen sind, ein weiterer Teil hat bereits selbst gekündigt oder nimmt eine Frühpensionierungslösung in Anspruch. Für die verbleibenden Hebammen ist es in Anbetracht der hohen Nachfrage am Arbeitsmarkt hoffentlich möglich, rasch wieder eine Stelle zu finden. Das Landesspital wird in jedem Fall für individuelle Lösungen Hand bieten.

Gebären in der Region

Für die liechtensteinischen Patientinnen ist eine Geburtshilfe nach anerkannten Qualitätskriterien auch in den umliegenden Spitälern wie Chur, Grabs oder Feldkirch möglich. Erste Abklärungen seitens der Spitalleitung haben gezeigt, dass die Ressourcen vorhanden sind, um auch liechtensteinischen werdenden Müttern Sicherheit und Qualität in Sachen Geburtshilfe zu bieten. Zudem gelte nach wie vor das Prinzip der freien Spitalwahl. (ikr)

15. Jan 2014 / 09:54
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