• Auf den Malediven ist kein Ende der politischen Krise in Sicht: Die Regierung hält am Ausnahmezustand fest, Medienschaffende fürchten um ihre Sicherheit.
    Auf den Malediven ist kein Ende der politischen Krise in Sicht: Die Regierung hält am Ausnahmezustand fest, Medienschaffende fürchten um ihre Sicherheit.  (KEYSTONE/AP/MOHAMED SHARUHAAN)

Maledivischer TV-Sender schliesst

Die Lage auf den Malediven spitzt sich weiter zu. Der unabhängige Fernsehsender Raajje TV stellte am späten Donnerstagabend (Ortszeit) den Betrieb ein.
Malé/Washington/Neu Delhi. 

Der nach eigenen Angaben meistgeschaute Sender des Landes begründete das in einer Mitteilung mit Sorgen um die Sicherheit seiner Mitarbeiter. Hintergrund seien Drohungen und Einschüchterungen, unter anderem von der Armee.

Der Präsident des als Ferienparadies bekannten Inselstaates, Abdulla Yameen, hatte am Montag einen 15 Tage langen Ausnahmezustand erklärt. Es folgten Festnahmen von Richtern und Politikern.

Auslöser war eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, wonach unter anderem die Verfahren gegen acht inhaftierte Oppositionspolitiker und den im Exil lebenden Ex-Präsidenten Mohamed Nasheed verfassungswidrig waren. Die Regierung akzeptierte dies nicht.

Diplomatische Drähte laufen heiss

In einem Interview mit Raajje TV hatten am Donnerstag die Botschafter der Europäischen Union, von Deutschland und Grossbritannien ihre Enttäuschung ausgedrückt, dass Yameen und seine Regierung sich weigerten, mit ihnen zu sprechen. US-Präsident Donald Trump und der indische Premierminister Narendra Modi telefonierten am Donnerstag und äusserten sich besorgt über die Situation, wie das Weisse Haus mitteilte.

Nasheed hatte Indien in der Krise um Hilfe gebeten. Dessen Militär hatte im Jahr 1988 auf den Malediven einen Putschversuch gestoppt. Yameen näherte sich zuletzt Indiens Rivalen China an.

Die indische Regierung lehnte am Donnerstag einen Besuch eines Sondergesandten Yameens ab. Der maledivische Präsident schickte auch Gesandte nach China, Saudi-Arabien und zu Indiens Erzfeind Pakistan. (sda/dpa)

09. Feb 2018 / 11:29
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